Archiv der Kategorie 'politik'

  In Bielefeld werden AJZs noch judenfrei gehalten   

Redeok hat ziemlich gut über die Kackscheiße berichtet. Wie ich finde wird auch sehr treffend Adorno zitiert, der Antisemitismus sei das Gerücht über die Juden.

wirklich ekelhaft

  Antisemitismus unter ‚roter Fahne’ unmöglich machen!   

Ich zitier mal einfach Cosmoproletarian Solidarity um die bisherigen Ereignisse kurz zu umreißen:

„Am 25. Oktober hatte die Veranstaltungsgruppe „Kritikmaximierung“ die 1972`er Dokumentation „Warum Israel“ des Regisseurs Claude Lanzmann, der im französischen Untergrund der Résistance die Shoa überlebte, im „b-movie“ zeigen wollen.

Doch in der antizionistisch befreiten Zone, der Hamburger Brigittenstraße, wo sich das „b-movie“ in der Nachbarschaft zum Headquarter des völkischen Bandenwesens, der „B5“, befindet, wird keine Doku geduldet, in der Israel als Konsequenz aus Auschwitz begriffen wird. […] Die mit Quarzsandhandschuhen und Mundschutz gerüstete „Zärtlichkeiten der Völker“-Miliz machte dem Kinopublikum mit ‚geschulten’ Faustschlägen deutlich, wem Militanz auf ‚deutschen Straßen’ zu gelten habe: nicht dem deutschen, sondern dem jüdischen Staat Israel und seinen Freund_innen. Ein Antizionist bewies mit einem Gürtel seine Freude an Züchtigung und ein weiterer demonstrierte mit einem eisernen Fahrradschloss die Bereitschaft zum Totschlag.“

Weiteres zum Thema:
Antisemitismus unter ‚roter Fahne’ unmöglich machen! (weiter)
Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten (weiter)

Terminhinweis:
Überregionale Demonstration gegen antisemitische Unzumutbarkeiten unter ‚roter Fahne’ am 13. Dezember, Beginn: 13:30 h am Schulterblatt (Hamburg-Sternschanze)!

  Terminhinweis: 09.11.09: Gedenken der Opfer der Novemberpogrome   

9novklein

9.11.2009 | 15Uhr | Synagogenmahnmal | Julius Bremer Str.

Am 9. November 1938 kam es in Deutschland und Österreich zu den bis dahin heftigsten Ausbrüchen von antisemitischer Gewalt. Die SA, bejubelt und unterstützt von der deutschen Bevölkerung, zog brandschatzend durch die Straßen. Die ungezügelten Gewalttaten richteten sich gegen Synagogen, jüdische Geschäfte sowie Friedhöfe, auch Jüdinnen und Juden selbst wurden Ziel des Mobs. Im Verlauf der Ausschreitungen wurden mindestens 8000 Geschäfte zerstört1, fast alle Synagogen wurden niedergebrannt oder erheblich beschädigt. Mindestens 400 Menschen fielen der deutschen Raserei an diesem Tag zum Opfer2. 30.000 jüdische Menschen wurden verhaftet und in verschiedene Konzentrationslager deportiert. Wahrnehmbarer Protest oder Widerstand dagegen regte sich nicht.

Am 9. November zeigte sich perfide, wie sich „ganz normale“ Menschen und Eliten im antisemitischen Terror einten: Während von der NSDAP-Elite die Anweisungen ausgegeben wurden, den Terror gegen die Jüdinnen und Juden nun ganz offen zu begehen, begleitete eine wütende, hasserfüllte Menge aktiv die SA, plünderte und mordete in manchen Gegenden noch Tage lang weiter. Mit diesem unglaublichen Akt der Gewalt wurde das fortgeführt, was sich schon mit etlichen früheren Demütigungen und Diskriminierungen gegen Jüdinnen und Juden angedeutet hatte: der offene Antisemitismus des Nationalsozialismus, der schlussendlich in der Shoa gipfelte.
Auch wenn der deutschen Barbarei und damit der massenhaften, industriell durchgeführten Vernichtung mit dem 8. Mai 1945 ein vorläufiges Ende bereitet wurde, vergeht heute kaum ein Tag, an dem nicht von neuen antisemitischen Untaten berichtet werden muss…

Wir rufen deshalb für den 9. November 2009 dazu auf, der Opfer der deutschen Verbrechen zu gedenken und wollen daran erinnern, dass der Antisemitismus, wenn auch in anderer Form, nach wie vor latent in der Gesellschaft vorhanden ist.

Im Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome und der Shoa wollen wir an der alljährlich stattfindenden Kundgebung der Stadt und der jüdischen Gemeinde Magdeburg am Synagogenmahnmal teilnehmen.

(via AGEA)

  1. Vgl.: http://shoa.de/holocaust/ausschreitungen-und-judenpolitik-nach-1935/52.html. [zurück]
  2. Vgl.: http://www.antisemitismus.net/shoah/kristallnacht.htm. [zurück]

  Panorama Beitrag zur Verfolgung iranischer Oppositioneller durch das islamische Regime in Iran   


Ich wurde gebeten auf folgenden Beitrag auf meinem Blog hinzuweisen. Das mach ich sehr gern. Panorama berichtet über den Kampf des islamischen Regimes in Iran gegen in Deutschland lebende Oppositionelle. Sehr sehenswerter Beitrag der deutlich macht, das sowas wie das Mykonos-Attentat wieder passieren kann.

  Schnappschüsse für ein Bleiberecht   


Hier noch der Hinweis auf die Aktion 300plus, die sich gegen die Abschiebung von Roma engagiert. Sehr unterstützenswerte Initiative wie ich finde.

  Na Danke … „Wenn Gott gütig ist, straft er die Israelis“ (SPON 30.08.2009)   

Rolf Behrens stellte nach der Analyse von 345 Artikeln des Nachrichtenmagazins Spiegel in seinem Beitrag „Sie schießen, um zu töten.“ (Neu-alter Judenhass, Hrsg.: Faber, Schoeps, Stawski 2007, 2. Auflage) fest, der Spiegel, „als meistzitiertes Medium […] und Themensetzer in der deutschen Presse- und Rundfunklandschaft“, führt das oft behauptete Tabu der Israelkritik in Deutschland ad absurdum. Laut Behrens zeigte sich im Untersuchungszeitraum (Intifada 1987-1992 und Al-Aqsa-Intifada 200-2002), dass der Spiegel in der Berichterstattung „mehr als einmal die Grenze überschreitet, die legitime Israelkritik von Antizinismus und Antisemitismus trennt.“ Der israelische Staat wird stereotyp als brutal, expansiv, rassistisch, voller Missstände und mit einer Gesellschaft gezeigt, die „sich im Niedergang befinde.“ So komme kaum ein Text „ohne feststehende und bewertende Vorstellungsbilder aus“, wie Behrens am statistischen Mittelwert von 0,96 Stereotype pro Artikel darlegt.


(Bild via www.coxandforkum.com)

Ulrike Putz berichtete nun auf Spiegel Online „In den Lagern der Palästinenser wächst der Hass“. Nach der Kurzvorstellung und emotionaler Einführung eines ehemaligen palästinensischen Familienglücks kommt der skandalisierende Bruch: „Doch dann brach kurz nach Weihnachten 2008 der Krieg zwischen Israel und der den Gaza-Streifen regierenden radikalen Hamas aus.“ Putz verschwendet keine weiteren erklärenden Worte dazu. Hintergründe, Verlauf oder ähnliches? So etwas sucht man vergebens. Das moralische Dilemma ist indes angerichtet: „Hier wurde meine Tochter ins Feuer geschleudert.“ Guten Appetit! Die Bodenoffensive der israelischen Armee reduziert sich auf ein moralisch zu verurteilendes fast a-politisches Event. Kein Wort von menschlichen Schutzschildern, derer sich die Hamas bediente, kein Wort vom Raketenbeschuss auf Israel, kein Wort über die hochkomplexe und andauernde Konfliktsituation, die in der Bodenoffensive nur einen weiteren Ausdruck fand, kein Wort über die Korruption im Gazastreifen, die humanitäre Hilfe blockiert.

Der interviewten Abu Halima wird damit Legitimation und Verständnis gegeben, wenn sie resümiert „wenn [Gott] gütig ist, dann straft er die Israelis für das, was sie getan haben“. Doch dabei bleibt es nicht. Nicht selten wurde der Spiegel biblisch wenn es darum ging, den Stereotyp der Rachsüchtigkeit der Israelis zu untermauern. So zitiert Behrens treffend einige Zeilen: „schon seit den Königen David und Salomo strotzt die Geschichte der Israeliten von Krieg, Mord und Totschlag“ (Spiegel 41/2001, S. 162); oder die „[…]geradezu biblische Vergeltungspolitik Scharons – Auge um Auge, Wahn um Wahn […]“ (Spiegel 15/2002, S. 139). Die Verlogenheit der humanistischen Anklage wird offenbar, wenn, wie im Artikel von Putz, Aussagen wie die von Abu Halim „Wenn [sie] könnte, würde [sie sich] unter den Israelis in die Luft sprengen […]“ unkommentiert stehen bleiben. Die Anklage wird einseitig. Das Moralisieren Mittel zum Zweck. Der Lesende hat indes zur Rezeption durch den Artikel nur die moralische Einstimmung auf das Einzelschicksal. So darf Abu Halima dann auch mit Aussagen wie: „Sie haben mir fünf Menschen genommen, ich nähme 50 von ihnen“ weiter um die Gunst und verständnisvolle Gnade des Lesenden für den geäußerten Wunsch nach Mord werben. Dass hierbei auch keine Unterscheidung zwischen Militär und Zivilbevölkerung getroffen wird, sondern Israelis allgemein als Ziel markiert werden, sei dazu auch noch angemerkt.

Über die Motivation für solche Darstellungen kann ich nur Mutmaßen. Behrens schlägt in seinem Beitrag 5 mögliche Erklärungsmuster vor. Im dritten Punkt zitiert er sinngemäß den verstorbenen palästinensischen Schriftsteller Edward Said, nach dessen Ansicht „»der Orintale« im Westen […] oftmals als rückständiger Mensch angesehen [wird], dessen Handeln nicht an den »zivilisierten« Maßstäben des Westens zu messen sei.“ Behrens spricht hier von einem subtilen Rassismus. Aber auch das bedienen der öffentlichen Meinung (Punkt 2 bei Behrens) sollte nicht außer acht gelassen werden. 2004 stimmten immerhin 68,3 Prozent der Befragten Deutschen der Aussage zu „Israel führ[e] einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“.

  kurzfristiger Terminhinweis: Kundgebung „Freiheit für die Menschen im Iran“   

12. August 2009 / Magdeburg
Infotisch / 14 – 16 Uhr / Alter Markt / neben dem MVB-Häuschen

Freiheit für die Menschen im Iran

Die Organistor_innen wollen im Allgeinen über aktuelle Entwicklungen in Iran und im Speziellen über die Repression des Regimes und die Situation der von jener Betoffenen informieren. Diese Aktion soll als Solidaritätsbekenntnis für die säkulare und demokratische Opposition verstanden werden.

(via antifa and more)

  read read read   


Spread Persepolis und so

  worth reading   

Cosmoproletarian Solidarity hat einen guten Beitrag zu den antiimperealistischen / antizionistischen Völkerfreunde und ihre Lobgesänge auf Iran auf dem Blog veröffentlicht.

Iran, Israel und nationalbolschewistischer Antizionismus

[…] Die nationalbolschewistischen Inter-Nationalisten haben in der „nationalen Souveränität“ längst die Vorrausetzung für ihre herbeigesehnte „sozialistische“ Staatsveranstaltung ausgemacht. Wilhelm Langthaler plaudert in der „jungen Welt“ aus, was ihn so umtreibt, wenn er an den Iran denkt. Die Sorge gilt selbstverständlich nicht den zusammen geknüppelten, eingekerkerten und mit dem Tode bedrohten Revoltierenden auf den Straßen Teherans und Tabriz, nein: die Sorge gilt zu allererst der „nationalen Souveränität“ und die Revoltierenden machen eben „nicht den Eindruck einer die nationale Unabhängigkeit verteidigenden Kraft“. Langthaler fragt sich, warum die Menschen denn wütend seien, schließlich habe man ein „antiimperialistisches Regime“ als Souverän und einen Präsidenten, der seine Bevölkerung mit Brosamen-Welfare verwöhnt. Werner Pirker sieht die Riots im Iran als ein von außen angefeuerter „Aufstand der Hedonisten“, die es auf die Verscherbelung der „nationalen Souveränität“ abgesehen hätten. Beruhigend für Pirker, dass es den hedonistischen Aufständischen an „heroischem Durchhaltevermögen mangelt“. Jürgen Elsässer ist so sehr um die „nationale Souveränität“ des Irans besorgt, dass er „den einen oder anderen“ Hedonisten – „Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals“ – in einem „Darkroom“ des Regimes sehen möchte. […]

Den ganzen Beitrag gibt es hier: klick

  Montag 13.07.09 Vortrag von Prof Dr. Melanie Groß „“Ich sehe was was Du nicht siehst“ – Queer-|Feministische Praxen“& Konzert: Justine Elektra   


13.07.09 | Café Central
Prof Dr. Melanie Groß
„Ich sehe was was Du nicht siehst“ – Queer-|Feministische Praxen

Der Feminismus ist tot, es lebe der Feminismus! Seit 2006 treten wieder verstärkt „neue“ Feministinnen auf, die allerdings gleichzeitig „alte“ Feministinnen als Männer
feindlich, unsexy und in ihrem politischen Handeln verbissen stigmatisieren. In Talkshows, Online-Reportagen und renommierter Zeitschriften werden die Perspektiven, Wünsche und Ziele beruflich erfolgreicher Frauen extensiv verhandelt. Das Thema in diesen hegemonialen Debatten scheint durchgängig die Berufskarrieren von gut qualifizierten Frauen zu sein. Groß wird darauf verweisen, dass gleichzeitig vielfältige queer-|feministische Initiativen mit deutlich weitreichenderen politischen Konzepten in Menschenrechtsorganisationen, in Anti-Lookism-Initiativen oder in queeren Musik-Bands aktiv sind und vor dem theoretischen Hintergrund die Breite von queer-|feministischen Widerstandsformen an Beispielen verdeutlichen.

Danach Konzert: Justine Elektra
(Cityslang) Ihre Musik liegt zwischen Pop, Rock, Soul, R‘n'B und Elektronikbeats, ihre Texte können Kampfansagen sein, also gut zuhören bei „Killalady“. Eine Veranstaltung vom Kultur- und Hochschulpolitischen Referat der Uni Magdeburg.

[update]
Die Referentin Melanie Groß ist leider verhindert. Als Ersatz wird ein Vortrag zu Judith Butler stattfinden. Titel des Vortrags ist „bodies that matter“. Vielen dank für den schnellen Ersatz :) Ansonsten bleibt alles beim alten. Im Anschluss Konzert mit Justine Elektra.

  10.07.09 // Vortrag // Hot Topic – Popfeminismus Heute   


10.07.09 | 19:30 Uhr | Projekt 7 Magdeburg

Feminismus wird im Mainstream oft nur mit Namen wie Alice Schwarzer oder, wenn es aktueller sein darf, auch mal mit Charlotte Roche in Verbindung gebracht. Das Buch „Hot Topic – Popfeminismus heute“ versammelt viele Beiträge die persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse zu Themen wie Schoenheits-Terror, Comming-out, Drag-Kings, FanZines, Abtreibung, Gender-trouble und vielem mehr beschreiben. Wie Dörte Miosga in der Intro schreibt, ruft »›Hot Topic‹ […] selbstbewusst zu mehr medialer Präsenz des popbezogenen Feminismus auf. Eine attraktive Vorstellung.« Doch was heißt dieses Popfeminismus eigentlich? Was kann und will Popfeminismus gerade in Bezug auf die Lebensrealität junger Frauen leisten? Kann hier ein kritisches Potential entfaltet werden oder schlägt das Konzept um in Affirmation des Status Quo? Diesen und anderen Fragen widmet sich die Herausgeberin des Buches Sonja Eismann im gleichnamigen Vortrag.

Sonja Eismann ist Mitherausgeberin der Zeitschrift «Missy Magazine» und war lange Zeit Redakteurin der Zeitschrift «Intro».

Eine Veranstaltung des Hochschulpolitischen Referats des Studierendenrats der OvGU und der AG Emanzipative AntifaschistInnen.

  Mitschnitt: Sonja Witte zu Nationales Vergangenheitsrecycling – Die postnazistische Allianz der Generationen im deutschen Kollektiv   

Zur letzten Veranstaltung der AGEA gibts nun auch prompt den Mitschnitt online. Die vor Ort gezeigten Filmbeispiele kann man dank der Erläuterungen auch sehr gut so nachvollziehen.

Anhören (via)

  Thanks for Support   

Nun gibt es endlich die Ergebnisse der Gremienwahlen an der Otto von Guericke Uni. NKOTB hat die Ergebnisse ja auch schon gepostet. Das mach ich doch auch gleich mal und bedanke mich ganz herzlich bei allen die die Liste Sur l`eau supportet haben.

Studierendenrat
Sur l‘eau: 1 | GHG: 4 | RCDS: 3 | JuSo HSG: 2 | Liste FIN: 2 | Sekt: 1 | LHG: 1 | Liste 9 (Mediziner): 1

Fachschaftsrat der FGSE
Sur l‘eau: 1 | GHG: 3 | JuSo HSG: 2

Und weil es bei NKOTB schon ein paar Kommentare betreffs Demokratie gab:

„Die Kommunisten, weit entfernt, unter den gegenwärtigen Verhältnissen mit den Demokraten nutzlose Streitigkeiten anzufangen, treten vielmehr für den Augenblick in allen praktischen Parteifragen selbst als Demokraten auf. Die Demokratie hat in allen zivilisierten Ländern die politische Herrschaft der Proletariats zur notwendigen Folge, und die politische Herrschaft des Proletariats ist die erste Voraussetzung aller kommunistischen Maßregeln. Solange die Demokratie noch nicht erkämpft ist, solange kämpfen Kommunisten und Demokraten also zusammen, solange sind die Interessen der Demokraten zugleich die der Kommunisten. Bis dahin sind die Differenzen zwischen beiden Parteien rein theoretischer Natur und können theoretisch ganz gut diskutiert werden, ohne dass dadurch die gemeinschaftliche Aktion irgendwie gestört wird. Man wird sich sogar über manche Maßregeln verständigen können, welche sofort nach Erringung der Demokratie im Interesse der bisher unterdrückten Klassen vorzunehmen sind …“ F. Engels, 7.10.1847. MEW 4, 317.

  25.06.09: Sonja Witte (kittkritik): „Nationales Vergangenheitsrecycling – Die postnazistische Allianz der Generationen im deutschen Kollektiv“   

25.06.09 / 19 UHR
Uni-Magdeburg
FGSE / Gebäude 40

Raum ist vor Ort ausgeschrieben

“Aufarbeitung deutscher Geschichte” verbindet sich als moralischer Bezugspunkt nationaler Ideologie mit der Idee einer Versöhnung der Generationen. Die Referenz auf die deutschen Verbrechen, auf Auschwitz, ist dabei zentral. Neben die fortwährende Stilisierung der Deutschen als Opfer tritt momentan die Integration von Auschwitz in die medialen (Re-)Inszenierungen der deutschen Erinnerungsarbeit als gesellschaftlichem ,Kitt’, in der die Nation zum kollektiven Objekt der Identifizierung wird. Die neue Unbefangenheit im Umgang mit der Geschichte, in der Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der eigenen Großeltern, der Wunsch, bei der Weltmeisterschaft auch einmal unbeschwert “schwarz-rot-geil” zu sein, macht die dritte TäterInnengeneration zum Protagonisten des postnazistischen Nationalgefühls.

Der Vortrag stellt die von der Gruppe kittkritik in dem Sammelband “Deutschlandwunder – Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur” (erschienen 2007 im Ventil-Verlag) entwickelten Thesen zur Verknüpfung der gegenwärtigen kulturindustriellen Anpassung und Umwandlung von Elementen des Nationalsozialismus mit subjektiven unbewussten Wünschen und Abwehrstrategien im Verhältnis zwischen Tätergeneration, Kindern und Enkeln.

Sonja Witte (Mitherausgeberin des Sammelbandes „Deutschlandwunder – Wunsch und Wahn in der postnazistischen Nation“ [www.kittkritik.net], außerdem aktiv bei den „les madeleines“ [www.lesmadeleines.net] und der Zeitschrift „Extrablatt – Aus Gründen gegen fast Alles“ [www.extrablatt-online.net])

Eine Veranstaltung der AG Emanzipative AntifaschistInnen in Zusammenarbeit mit dem Hochschulpolitischen Referat des Studierendenrats der OvGU

(via agea)

  nkotb zum libertären Zentrum in Magdeburg   

Bei NKOTB gibts einen Beitrag zum libertären Zentrum, der sich mit den gescheiterten Verhandlungen kritisch befasst. Ich finde das Ganze sehr lesenswert und helfe hiermit bei der Weiterverbreitung.

Voll gegen die Wand

ein paar Gedanken zum besetzen Haus in Magdeburg:

seit etwa 3 Wochen ist die alte Gruson-Villa in der Freien Straße in Magdeburg Buckau besetzt. die neuen „BewohnerInnen“ bekamen von einigen Parteien, Hochschulgruppen und Vereinen Zuspruch. nach etwa 2 Wochen wurde den BesetzerInnen ein Ersatzobjekt angeboten. einzige Bedingung war die umgehende Räumung des besetzten Hauses. die SquatterInnen hingegen forderten zwei Tage Bedenkzeit und lehnten, da ihnen dies verwehrt wurde, schließlich ab. meines Erachtens ein fataler Fehler, ist es doch schon eine Überraschung gewesen, dass es überhaupt ein Angebot über ein Ersatzobjekt gab. dass dieses Angebot abgelehnt wird, weil man Bedenkzeit brauch, lässt m.E. darauf schließen, dass die BesetzerInnen es versäumt haben, sich einerseits im Vorfeld der Besetzung Gedanken über mögliche Verhandlungsabläufe zu machen. damit will ich unterstellen, dass durchaus vorauszuahnen war, dass bei einem Angebot eines Ersatzobjektes zeitlicher Druck aufgebaut wird. hätten die BesetzerInnen zum anderen klare Vorstellungen davon gehabt, welche Anforderungen sie an ein Gebäude stellen, hätten sie nicht auf 2 Tage Bedenkzeit bestehen müssen. […]

(weiterlesen bei nkotb)