Archiv der Kategorie 'gaga gaga'

  Eine Insel und ihre Unterstützer   


Foto: Indymedia

Das Bündnis 8. Juli hatte – Achtung Überraschung – für den 8. Juli nach Insel, einem kleinen Nest in Sachsen-Anhalt, geladen. Die Vorgeschichte in Kürze und mit Würze: Im Herbst 2010 werden zwei Sexualstraftäter nach 20 Jahren Haft entlassen. 2011 ziehen beiden, nach Wohnungsvermittlung aus Freibung, nach Insel. Im August 2011 gibt der Oberbürgermeister bei der Einwohnerversammlung „Vergewaltiger in unserem Dorf“ die Vergangenheit der Männer bekannt. Es folgen Drohungen an Vermieter und Vermittler der Wohnung. Im September beginnen dann Proteste vor dem Haus der beiden Männer. Im Oktober fühlen sich dann auch lokale Nazis berufen, sich an den Protesten zu beteiligen. Auch Oktober: Das Ganze wird geduldet. Ein Reigen von Briefen und Stellungnahmen beginnt. Oft wird dabei „Verständnis für die Sorgen und Ängste der Inselner“ betont. Mai 2012: Einer der beiden Männer hält die Situation nicht mehr aus und zieht nach Chemnitz. Nachdem die Bild den „Sexgangster“ entlarvt – offenbar durch Informationen aus Insel – zieht dieser zurück. Am darauf folgendem Freitag versuchen rund 50 Menschen das Haus der beiden zu stürmen. Es dürfte eine Premiere gewesen sein: Der Landtag des Landes ruft zu einer Kundgebung für Menschenrechte in Insel auf. Parallel zur Veranstaltung werden sich viele Insulaner auf einer anderen Veranstaltung befinden. Hier wird der Oberbürgermeister dazu aufrufen, dieser Kundgebung nicht beizuwohnen. An der Kundgebung beteiligen sich rund 70 Abgeordnete. Nun sind wir auch schon bei der Demo an gelang. Etwas detaillierter kann man den Verlauf hier nachlesen.


Foto: Indymedia

„Es kommt die Zeit, in der die Uchte wieder steigt“

„“Ihr seid nur Wendeverlierer“, heißt es und: „Leute lasst das Glotzen sein, schließt euch in der Scheune ein.“ Aus dem Lautsprecherwagen kommt die zum Motto passende Musik: „Perfekte Welle“ und „Eine Insel mit zwei Bergen“.“ berichtet die Lokalzeitung Volksstimme in einem Artikel am 9.7. und wirkt dabei wenig aufgeregt. Teile der so genannten lokalen Linke-Szene findet die Demo allerdings weder witzig noch dufte. Unter dem Titel „Sachsen-Anhalt: Gegen reaktionäre Strukturen!“ macht man auf dem Qualitätsmedium Indymedia gegen die Demo und ihre Veranstalter mobil. Und damit man richtig richtig richtig ordentlich betont, wie sehr sehr sehr man dagegengegengegen ist, garniert man den eh halbgaren Post mit dem obigen Bild. Das Ganze zeigt wohl das verbrannte Fronttransparent des Bündnis. Ob das nun Fake ist oder nicht: Der Grad an Idiotie dahinter ist real real rewe real.

„Wir wünschen euch, dass ihr euch bald wieder über zu laute Rasenmähergeräusche, zu hohe Hecken und blöde Blicke beim Dorffest streiten könnt“, heißt es in der Abschlussansprache der AG „No Tears for Krauts“ (1)

Auf der Mobi-Page des Bündnisses kann man nach der Demo folgendes lesen: „Wir bedanken uns auf diesem Weg noch einmal herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie denjenigen Einwohnern von Insel, die unserem Anliegen, wie in Gesprächen am Rande der Demonstration und in E-Mails zum Ausdruck kam, wohlwollend gegenüberstanden. Dank gilt also denen, die verstanden haben, dass sich unsere Demonstration nicht ausnahmslos gegen alle Einwohner des Ortes gerichtet hat, sondern gegen das dominante Verfolgerkollektiv, seine Unterstützer und Aufstachler. Wir solidarisieren uns, wie die AG „no tears for krauts“ in ihrem Redebeitrag auf der Abschlusskundgebung noch einmal passenderweise erklärt hat, ausdrücklich mit den Opfern des Volkszorns sowie denen, die sich nicht an der Hatz auf die beiden Männer beteiligen – und die dafür teilweise Angriffen vonseiten der Dorfgemeinschaft ausgesetzt sind.“

Die Verfasser/innen des gloreich schlechten Indymedia übersetzen: „Gegenstand der „Kritik“ ist – mal wieder – der sogenannte stereotype „Volksmob“. Dieselbe Gruppe, die Neonazis ungestört marschieren lässt und gleichzeitig Party-Demonstrationen durch Halle unter dem Titel „Provinzflucht“ organisiert, solidarisiert sich nun offen und undifferenziert mit Sexualstraftätern“ und darum “ […] haben wir in den vergangenen Tagen das Fronttransparent für die morgige Demonstration in Insel entwendet und vernichtet. Für uns als Teil der radikalen Linken war und ist dieser Schritt notwendig geworden um den anhaltenden reaktionären Tendenzen dieser Personen und Gruppen auch symbolisch entgegenzuwirken.“

Auf linksunten wirft sich die aarmd in die „Diskussion“. Nachdem man auch hier betont hat, wie blöd das 8. Juli Bündnis ist, schwingt man sich auf zu neuen Aufgaben: „Wir erwarten von der Bürgerinitiative in Insel Einsicht in die Erkenntnis, dass die Angst vor sexualisierter Gewalt legitim ist, aber diese beiden Männer lediglich die Zielscheibe rechtspopulistischer Themenführung geworden sind und dabei das geringste Gefährdungspotenzial in Insel, in der Altmark und wahrscheinlich in ganz Sachsen-Anhalt bieten.“

Ich sage mal: Frohes Warten!

Während man sich also fleißig am Bündnis abarbeitet, dazu deren Aussagen verkürzt, andere Gruppen gegen das Bündnis instrumentalisiert und die „legitimen Ängste“ aus der Mottenkiste holt, fragt man sich, für wen das ganze Theater abseits der eigenen Profilierung gut sein soll. Von folgendem Vorfall erfährt man dann bei der großen „Mehr Verständnis im Handgemenge“-Aktion irgendwie nichts (das Bündnis ausgenommen).

„Ingo S. wohnt im Haus gegenüber den beiden Männern und erträgt die Vuvuzelas der Demonstranten nicht mehr. »Die haben alle vergessen, was wir uns 89 erkämpft haben«, sagt er. Seine Stieftochter ist vor Jahren von einem Jungen aus der Nachbarschaft vergewaltigt worden. Wenn einer gegen die Sexualstraftäter von gegenüber kämpfen müsste, dann doch er. Ingo S. aber sagt, die Männer hätten die gleichen Grundrechte wie alle anderen.“ (2)


(1) Zitiert nach oben genannten Volksstimme Artikel
(2) Zeit Online

  (Ge)Dicht   

Jetzt wo ich wieder blogge, kann ich ja auch wieder fein aus dem Sumpf berichten, der sich da „linke Szene“ Magdeburg nennt. Vor kurzem wurde mir ein Gedicht gewidmet. Mutmaßliche Hintergründe sind Günther Grass und eine Veranstaltung mit torsun und Kulla bei uns im Laden. Klingt logisch, oder? Nunja. Die lokale „Szene“ hat meine Schmerzgrenze ja eh recht hoch gesetzt. In der entschärften Version darf man das Ganze noch auf dem Blog der Autorin bewundern. Ist im Prinzip eine Abwandlung von torsuns Polemik zum Grass Gedicht. Halt nur – tada – gegen mich. whatever.

Lesen

  Bekennervideo des APK aufgetaucht   

Vor 20 Jahren wurde der Gute Geschmack Magdeburgs entführt. Nun ist ein Bekennervideo aufgetaucht!

Urbanpiraten gehen ab!

  Supershirt – 8K Mark Café Central Version   

Supershirt waren im Mai im Café Central in Magdeburg. Jetzt ist ein Video dazu erschienen, das ziemlich gut die Stimmung im Wohnzimmer eingefangen hat. Schönet Ding!

  Retro Action   


Ich brech mir gerade die Finger bei dem ultra genialen Gunstar Heores für den Sega MegaDrive. Und ihr so?

  Na Danke … „Wenn Gott gütig ist, straft er die Israelis“ (SPON 30.08.2009)   

Rolf Behrens stellte nach der Analyse von 345 Artikeln des Nachrichtenmagazins Spiegel in seinem Beitrag „Sie schießen, um zu töten.“ (Neu-alter Judenhass, Hrsg.: Faber, Schoeps, Stawski 2007, 2. Auflage) fest, der Spiegel, „als meistzitiertes Medium […] und Themensetzer in der deutschen Presse- und Rundfunklandschaft“, führt das oft behauptete Tabu der Israelkritik in Deutschland ad absurdum. Laut Behrens zeigte sich im Untersuchungszeitraum (Intifada 1987-1992 und Al-Aqsa-Intifada 200-2002), dass der Spiegel in der Berichterstattung „mehr als einmal die Grenze überschreitet, die legitime Israelkritik von Antizinismus und Antisemitismus trennt.“ Der israelische Staat wird stereotyp als brutal, expansiv, rassistisch, voller Missstände und mit einer Gesellschaft gezeigt, die „sich im Niedergang befinde.“ So komme kaum ein Text „ohne feststehende und bewertende Vorstellungsbilder aus“, wie Behrens am statistischen Mittelwert von 0,96 Stereotype pro Artikel darlegt.


(Bild via www.coxandforkum.com)

Ulrike Putz berichtete nun auf Spiegel Online „In den Lagern der Palästinenser wächst der Hass“. Nach der Kurzvorstellung und emotionaler Einführung eines ehemaligen palästinensischen Familienglücks kommt der skandalisierende Bruch: „Doch dann brach kurz nach Weihnachten 2008 der Krieg zwischen Israel und der den Gaza-Streifen regierenden radikalen Hamas aus.“ Putz verschwendet keine weiteren erklärenden Worte dazu. Hintergründe, Verlauf oder ähnliches? So etwas sucht man vergebens. Das moralische Dilemma ist indes angerichtet: „Hier wurde meine Tochter ins Feuer geschleudert.“ Guten Appetit! Die Bodenoffensive der israelischen Armee reduziert sich auf ein moralisch zu verurteilendes fast a-politisches Event. Kein Wort von menschlichen Schutzschildern, derer sich die Hamas bediente, kein Wort vom Raketenbeschuss auf Israel, kein Wort über die hochkomplexe und andauernde Konfliktsituation, die in der Bodenoffensive nur einen weiteren Ausdruck fand, kein Wort über die Korruption im Gazastreifen, die humanitäre Hilfe blockiert.

Der interviewten Abu Halima wird damit Legitimation und Verständnis gegeben, wenn sie resümiert „wenn [Gott] gütig ist, dann straft er die Israelis für das, was sie getan haben“. Doch dabei bleibt es nicht. Nicht selten wurde der Spiegel biblisch wenn es darum ging, den Stereotyp der Rachsüchtigkeit der Israelis zu untermauern. So zitiert Behrens treffend einige Zeilen: „schon seit den Königen David und Salomo strotzt die Geschichte der Israeliten von Krieg, Mord und Totschlag“ (Spiegel 41/2001, S. 162); oder die „[…]geradezu biblische Vergeltungspolitik Scharons – Auge um Auge, Wahn um Wahn […]“ (Spiegel 15/2002, S. 139). Die Verlogenheit der humanistischen Anklage wird offenbar, wenn, wie im Artikel von Putz, Aussagen wie die von Abu Halim „Wenn [sie] könnte, würde [sie sich] unter den Israelis in die Luft sprengen […]“ unkommentiert stehen bleiben. Die Anklage wird einseitig. Das Moralisieren Mittel zum Zweck. Der Lesende hat indes zur Rezeption durch den Artikel nur die moralische Einstimmung auf das Einzelschicksal. So darf Abu Halima dann auch mit Aussagen wie: „Sie haben mir fünf Menschen genommen, ich nähme 50 von ihnen“ weiter um die Gunst und verständnisvolle Gnade des Lesenden für den geäußerten Wunsch nach Mord werben. Dass hierbei auch keine Unterscheidung zwischen Militär und Zivilbevölkerung getroffen wird, sondern Israelis allgemein als Ziel markiert werden, sei dazu auch noch angemerkt.

Über die Motivation für solche Darstellungen kann ich nur Mutmaßen. Behrens schlägt in seinem Beitrag 5 mögliche Erklärungsmuster vor. Im dritten Punkt zitiert er sinngemäß den verstorbenen palästinensischen Schriftsteller Edward Said, nach dessen Ansicht „»der Orintale« im Westen […] oftmals als rückständiger Mensch angesehen [wird], dessen Handeln nicht an den »zivilisierten« Maßstäben des Westens zu messen sei.“ Behrens spricht hier von einem subtilen Rassismus. Aber auch das bedienen der öffentlichen Meinung (Punkt 2 bei Behrens) sollte nicht außer acht gelassen werden. 2004 stimmten immerhin 68,3 Prozent der Befragten Deutschen der Aussage zu „Israel führ[e] einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“.

  vote   

ich würde dafür stimmen das sich gegenstandpunkt in gegenstandswechsel umbenennt. dann ist auch gleich die „argumentationstruktur“ mit benannt. alle „argumente“ sprechen dafür.

  Ohrwurm des Tages   


Urbanpiraten-Folgeerscheinungen ;)

  FasRa Semesterabschluss Minifestival   

Live Line Up steht: Das Bierbeben, Brockdorf Klang Labor, Monotekktoni, Captain Capa, Kaoss Kids

hier noch gewohnt und berechtigt überdimensioniert der Flyer:

  ich bin ein pirat   

… und mache gleich piraten sachen :-D

(muss man nicht verstehen)

  kommentar des monats #3   

Der neue Kommentar des Monats bezieht sich dieses mal nicht direkt auf einen Eintrag hier auf dem Blog. Sicher, auch hier hat sich einiges an Kommentarperlen entfaltet. Der Kommentar, den ich posten will, stammt von Indymedia (Hitgarantie!) wo ich allwöchentlich doch ab und an noch einen Blick riskiere. Im Beitrag „Demobericht 1. Mai in Magdeburg“, über den ich gestern gestolpert bin, gibt es – keine Ahnung warum – auch gleich eine kleine „Grußbotschaft“ an mich. So würde ich das jedenfalls verstehen wenn jemand als „iDEPP“ einen Beitrag namens „I Draw Plans ---- Into The Towers…“ verfasst.

Einer meiner lieblings Absätze: „In MD sind es (Anmerkung Idep: gemeint sind „Antideutsche“) besonders Studentenkids reicher Eltern, die gerne mal ein wenig austicken, weil sie zuviel Zeit haben. Bloggen nur pseudo-avantgardistischen Bullshit und stänkern durch Drogeneinfluss nach ihren Electroparties andere Leute voll.“

Zwei Sätze. Sechs Klischees bedient. Rekordverdächtig.

Noch besser wird es in der folgenden Argumentationskette: „Die Antideutschen sind eine Beleidigung für jeden jüdischen Menschen. Durch solche Dummheiten werden wiederum andere Menschen zu Judenhassern.“

Bezeichnend das es mal wieder darauf hinaus läuft „Judenhass“ zu rechtfertigen. Geklärt – wie, warum, weshalb – wird eh nicht. Das hatte sich aber bereits angedeutet.

Am Ende gibts dann nochmal Elendswünsche hinterher: „Euch jeht’s zu gut!“

Ganz großes Tennis mal wieder.

  JedeR feiert halt anders …   

Weil Meinungsfreiheit ne tolle Sache ist, kündigt die Agentur KemperTrautmann, die für die „Du bist Deutschland“-Kampagne verantwortlich zeichnet, stilsicher zum so called Geburtstag des Grundgesetzes an, das Projekt „Du bist Terrorist“ (vgl. Spreeblick) abzumahnen.

Read: Du wirst abgemahnt de?

  no words …   

Gestern war ja das lang erwartete Tragedy Konzert. Ich bin ehrlich entäuscht vom Konzert. Nicht das Tragedy nicht gut waren. Nicht das nicht auch der Sound voll die Wand war aber es gab einiges was die Stimmung geschmälert hat. Wenn ich sage das Archiv war voll, schmeichelt das der Situation vor Ort ungemein. Ettliche Leute vor Ort waren sicher voll aber das Archiv war am bersten. So hatte ich bei Tragedy dann zwar einen guten Sound aber nur eine grobe Ahnung wo die Band sein müsste. Klar, man konnte sich das Ganze auch bei der Bar auf ner Leinwand ansehen aber dazu hätte man sich irgendwie in Richtung Bar bewegen können müssen. Das auf der Stelle stehen war ja schon ein Krampf und damit gepaart das sich im Sekundentakt neue schwitzende Körper an einem entlang rieben. Den Sauerstoffresten im Raum hatten dann auch noch einige den Kampf mit Zigaretten angesagt. Super Sache. Nach 20 Minuten in einer Situation wo wahrscheinlich die Leute in der ersten Reiche vor der Bühne noch gemerket haben, wenn jemand den Raum betreten hat, ist mir dann vollends die Lust vergangen. Also nach draussen quetschen und durchatmen. Nach 30 Minuten waren Tragedy dann krankheitsbedingt auch am Limit und am Ende. Die länge des Sets wär für mich absolut in Ordnung gewesen, nach 30 Minuten kommt ja dann nicht mehr wirklich was neues und man weiß wie die Band ist, aber das ganze Gedränge und Geschuppe war wirklich nicht aus zu halten. Schade.

  scheiß Sucht!   


Einige haben ja schon mitbekommen das mit dem Launch von Quake Live meine alte QIII-Sucht wieder erwacht ist. Nun auch nochmal hier auf dem Blog das Outing: Ja ich spiele Quake Live! Total Frags: 1,356 … Need to say more? Da gerade ein absolut guter Trailer zum Spiel kursiert, gebe ich den hier mal zum Besten. Strictly Fan-work!

  Think b4 you speak – The hard Way   


Ich hatte ja bereits auf diese Kampagne hingewiesen. Sin LaSalle im Film Be Cool zeigt eine sehr „offensiven“ Umgang mit herablassenden Bemerkungem.