Aufzeichnungen aus Jerusalem   

Nach einem arbeitsreichen Samstag habe ich mich selbst belohnt und mir den Graphic Novel „Aufzeichnungen aus Jerusalem“ von Guy Delisle zugelegt. Heute habe ich dann spontan auch gleich die erste Hälfte des Buches verschlungen. Ich denke, ich werde dem Ganzen noch ein ausführliches Review widmen, aber eine kleine Zwischenbilanz wollte ich trotzdem schon mal geben. Der Stil von Delisle haut mich echt um. So simpel die einzelnen Darstellungen oft wirken, so präzise sind sie im Gegenzug. Ich bin zutiefst beeindruckt. Ich kann nicht einschätzen, wie die Originaltexte sind, aber die deutsche Übersetzung gefällt mir bislang sehr gut und schafft es, dass Text und Bild zu einer Einheit verschmelzen.

Es ist spannend, mal lustig, mal skurril und oft auch sehr ernst, wenn man zusammen mit Delisle die Zeit in Jerusalem mit(er)leben darf. Gerade bin ich zeitlich bei der Operation „Gegossenes Blei“ angekommen. Die Frau von Guy Delisle arbeitet für Ärzte ohne Grenzen und somit ist die ganze Familie dicht am Geschehen. Dabei wirkt die Erzählweise nie unfair in irgendeine Richtung. Guy versucht zu verstehen, findet Sachen doof und andere wieder gut. Dabei hat man beim Lesen nie das Gefühl, das einem eine bestimmte Meinung aufgezwungen werden soll, sondern versucht eher mit Guy selbst durch einen der komplexesten Konflikte der Welt hindurchzustolpern und am Ende vielleicht mehr zu verstehen. Das Buch ist herrlich erfrischend und ich freue mich auf die zweite Hälfte. Später mehr. :)