y melt my heart   


Wie schreibt man einen Bericht über ein wirklich schönes Festival? Also einen Bericht der annähernd die Stimmungen und Exzesse bei zeitgleich gekonntem Bandsabfeiern fassen kann? Ich befürchte jeder meiner Versuche würde ziemlich albern und peinlich, sowie – begraben unter einem Haufen von Adjektiven – eher einen verzweifelten Versuch abgeben dem gerecht zu werden. Also: Ich fands super. Es wurde konsequent einiges zum Vorjahr verbessert. Ich hatte Spaß und es hätte noch Wochen weiter gehen können.

Damit hätten wir das. Jetzt kann dann auch das arrogante Geschwätz und Geläster über einige meiner musikalischen Highlights bzw. totale Bruchlandungen. Die Auswahl ist sehr begrenzt, da es sonst einfach den Rahmen sprengen würde. Liest ja dann auch keiner mehr ;)

Cold War Kids
Auf die Cold War Kids hatte ich mich ziemlich gefreut und so war es auch die erste Band die ich auf dem Melt! angesteuert habe. Der Auftritt hat mir dann auch wirklich gut gefallen. Leider hat sich dann nach circa 20 Minuten das Gefühl eingestellt, das jetzt musikalisch auch keine Überraschungen mehr kommen werden. Sie haben gut gespielt aber nach den besagten 20 Minuten war ich geschlagen mit Langeweile. Da auch die Show auf der Bühne mäßig enthusiastisch daher kam, gabs auch keinen Grund länger zu bleiben. Aber die 20 Minuten waren gut. Reicht ja auch oft um den Sound einer Band kennen zu lernen

ClickClickDecker
Hatte ich zuletzt noch nicht sehen können und war mega froh das es dann einen Auftritt auf dem Melt! geben sollte. Gut eben nur 20 Minuten aber da kann man ja einiges rocken. Der Auftritt hatte dann eigentlich alles was er haben musste. Die Songs die das kleine aber feine Publikum mitsingen konnte. Einen Stromausfall. Einen ClickClick der trotzdem weiter gespielt hat und enorm viel gute Laune. Schöne Sache.

La Roux
Oh wie oft hab ich ihre Songs schon voller Erwartung vorm Melt! hoch und runter gehört. Die Stimme; dieser 80s Glamrock-Synthie-Sound – Pflichtprogramm! Live hatte ich tanzender Weise meinen Spaß. Die Show selbst fand ich aber dennoch etwas mau. Gerade im Hinblick auf die musikalischen Referenzen Schrägstrich Paten hat sich die Gute doch ziemlich unter den Scheffel gestellt. Fast unsicher hat sie gewirkt. Mit dem Sound, der auch technisch reichlich gefiltert wirkte, hätte man mehr nach vorn gehen können. Die Stimme wirkte auch sehr dünn. Schade was das angeht. War aber trotzdem sehr schön.

Moderat
Scheiß Regen! Ich wollte Moderat sehen, hören und mir dazu die Füße wund tanzen!

Jochen Distelmeyer
Stichworte: Bis 2007 Sänger bei Blumfeld. Synonym für Hamburger Schule. – Was soll ich sagen. Auch Pflichtprogramm. Da auch schon bei Blumfeld Distelmeyers Stimme unglaublich markant und präsent war, hatte ich vorher schon gedacht, dass sich das Soloprojekt mit Band eigentlich ähnlich anhören dürfte. War auch so und war eigentlich auch gut so. Irgenwann, zwischen dem dutzensten Wechsel der Gitarre kamen dann auch Songs die man so auch schon von Blumfeld kannte. Da ich mich schon oft geärgert hatte diese nie gesehen zu haben schwankte ich stimmungtechnisch zwischen Freude und Verwunderung. Ich mein, warum eine Band auflösen um dann danach das Selbe zu machen? Aber wie gesagt: Ich mag Blumfeld. Von daher war das schon okay.

Paul Kalkbrenner
Die frenetischen Schreie, die immer wieder ein „Ikarus wir lieben dich“ über die tanzende Meute jagten, steckten ganz gut den musikalischen Rahmen des Sets ab. Alle die Berlin Callin gut, geil, sonst wie geil gefunden haben und dazu jetzt mal ordentlich tanzen wollten, bekamen dazu ihre Chance. Technisch sauber. Musikalisch vielleicht vorhersehbar aber eben das was die Leute wollten. Angenehme Stimmung. Party auf den Punkt gebracht.

WhoMadeWho (unplugged Set)
Ich kannte WhoMadeWho vorher ja gar nicht. Das Live-Set im Intro Bereicht hat mich allerdings mit seinen drei Songs davon überzeugt bislang wirklich was verpasst zu haben. Die Show war mega sympahtisch und das der Drummer auf einem Haufen Müll gespielt hat, der am Ende auch kollektiv zerrockt wurde, hat das Bild abgerundet. Hammer Show!

Digitalism
Unglaubliche Show. Das hat live einfach Spaß gemacht. Vom Bass ist mir fast schlecht geworden, weil der so gewummert hat. Großartig. Als dann bei Home zone sogar die Stimmen übersteuerten weil so ins Mikro gebrüllt wurde, während eine Mischung aus Rauch und Papierzeug ins Publikum geschossen wurde, war klar, dass es Digitalism auch ordentlich Spaß gemacht haben muss. Fast mein Highlight des Melt!

Patrick Wolf
What a Show. What a beautifull man. Großartig. Präsent wie Bowie und musikalisch perfekt. Ich hatte ja eine eher ruhige Show erwartet aber Patrick hat von Anfang an alles gegeben. Für mich auf Grund der coolsten Ansagen und des enthusiastischsten Auftritts mein persönliches Highlight.

Kasabian
Öde.

Oasis

Auch öde. Sorry aber das war echt schlimm. Ein anderthalbstündiges Set, das einfach die pure Langeweile war. Konsequenter Weise hat man auch auf der Bühne keine Anstrengungen unternommen, da jetzt was dran zu ändern. Oasis spielten jedenfalls alle Hits, die auch zu oft schon im Radio niemanden mehr interessiert haben. Ich wollte ja eh nur einmal Wonderwall live gesehen haben. Done! Wie kann man nur seit so vielen Jahre die selben Sachen spielen?


9 Antworten auf “y melt my heart”


  1. 1 hall 29. Juli 2009 um 12:56 Uhr

    moderat holen ihr ins wasser gefallenes meltkonzert auf dem berlin festival nach – am freitag abend, so gegen mitternacht. vielleicht doch noch eine chance, dir die füße wund zu tanzen.?

  2. 2 IdrawESCAPEplans 29. Juli 2009 um 14:18 Uhr

    ach schade. das überschneidet sich leider mit dem sucks n summer festival. dadurch wird das leider nichts. aber vielen dank für den hinweis :)

  3. 3 Michi 29. Juli 2009 um 15:54 Uhr

    super bericht, da krieg ich wieder richtig laune auf die festival saison, wäre auch einmal eine abwechslung zum novarock und Co…
    Vorallem Oasis und Kasabien hätte ich gern gesehen :-)

  4. 4 nada 29. Juli 2009 um 17:18 Uhr

    woher habt ihr denn alle von clickclickdecker gewusst, gabs da insider informationen oder hätte ich vorher seinen blog lesen müssen? ;)
    was solls, festival war super, patrick wolf hat trotz der frühen stunde das rennen gemacht und nächstes jahr ist man auf jeden fall wieder dabei.

  5. 5 nadine 29. Juli 2009 um 17:42 Uhr

    clickclick ist kurzfristig als ersatz eingesprungen und eigentlich hat das melt überhaupt keine werbung dafür gemacht. man musst auf den blog von audiolith oder clickclick schauen.
    was wir irgendwie auch verpasst haben, war trentemoeller, wobei der irgendwie auf dem sleepless floor war, aber da führte bei dem eimerregen kein weg mehr hin. sehr schade.
    patrick wolf war auch mein absoluter favoriet.

  6. 6 kuchen 29. Juli 2009 um 18:13 Uhr

    Wenn man der Melt-Homepage glauben schenken darf, ist Trentemoeller genauso wie Moderat aufgrund des Wetters ausgefallen.

  7. 7 IdrawESCAPEplans 29. Juli 2009 um 18:49 Uhr

    @ nada: wenn ich nächstes jahr fahre können wir ja mal nen treffen anpeilen :) würd mich freuen

    @ michi: danke

  8. 8 ♥Tekknoatze 30. Juli 2009 um 3:55 Uhr

    Sehr weises zu Oasis und Moderat. Damn.
    Was immer wieder Erwähnung finden muss ist Montag Morgen und die dazugehörige Nacht, wo der Sleeplessfloor einfach überfüllt war. Nächstes Jahr hoffentlich ohne Regen.

  9. 9 nada 30. Juli 2009 um 7:58 Uhr

    @idep
    können wir gerne machen :)

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