Noch zwei Terminhinweise. Diesmal vom Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus Magdeburg.
21.01.09 / 18:00 Uhr
London, Athen, Duisburg –
Antisemitismus unter dem Deckmantel der Kriegsgegnerschaft
Seit dem Beginn der israelischen Militäroffensive am 27. Dezember 2008 kommt es weltweit zu Demonstrationen gegen den Krieg im Nahen Osten. Hinter dem ersten Eindruck von Friedensliebe und „Nie-wieder-Krieg-Krakele“ verbergen sich dabei nicht nur einsilbige Parolen gegen den Staat Israel, sondern offener Antisemitismus und Antizionismus, sowie Solidaritätsbekundungen für die terroristische Hamas. Die Stoßrichtung ist deutlich: Israel führt einen „vernichtenden Angriffskrieg“ gegen Gaza und verübt willentlich unter den Augen der Weltöffentlichkeit einen „Völkermord“. Den „Beweis“ liefern täglich die palästinensischen Medien. Aber weder wird deren Berichterstattung kritisch hinterfragt, noch auf die ständige Infragestellung des Existenzrechts Israels durch Raketen aus Gaza eingegangen. Die zivilen Opfer in diesem Krieg werden ausschließlich Israel angelastet. Dass sie von der Hamas als menschliche Schutzschilde missbraucht werden, wird glatt ignoriert. Stattdessen wird zum Boykott israelischer Produkte aufgerufen und das Ende imperialistischer Kriege gefordert, während man sich andernorts hinter diesem Feigenblatt nicht mehr versteckt und sich direkt ein Ende des „zionistischen Konstrukts“, wenigstens aber eine dritte Intifada wünscht. Gleichzeitig nimmt die Gewalt gegen Juden und Jüdinnen und jüdische Einrichtungen in europäischen Städten zu, womit die antisemitischen Projektionen der „Friedensfreunde“ nun auch erste sichtbare Folgen haben. Paul Spiegel brachte es treffend auf den Punkt als er sagt: „Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder!“ Demonstrationen mit Hamas- und Hisbullahsymbolen auf denen antisemitischen Parolen skandiert werden, sind keine Demonstrationen für Frieden, sondern Aufmärsche die die despotische und brutale Herschafft der Hamas über die Menschen in Gaza und den Terror gegen Israel gutheißen; sie sind Plattform für antisemitische Vernichtungswünsche gegen Jüdinnen und Juden. Diese Art der „Friedensbewegung“ muss entschieden kritisiert werden.
Über den weltweiten Antisemitismus unter dem Deckmantel der Kriegsgegnerschaft diskutieren Landesrabbiner Moshe Flomenmann, Sebastian Voigt (Promovend, BgA Leipzig) und Dr. Eckhart Frey (Historisches Seminar der OvG-Universität Magdeburg) am 21.1.09 um 18 Uhr in Raum 337 Gebäude 40, Zschokkestr.32.
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27.01.09 / 18:00 Uhr
Darum Israel – eine Einlassung
Kein Staat irgendwo auf der Welt steht derart in der Kritik wie Israel – von rechts bis links, von der reichsten europäischen Industrienation bis zur ärmsten Gesellschaft im Trikont gleichen sich die Ressentiments: Der Staat der Juden sei ein „rassistisches Konstrukt“, seine pure Existenz sei auf dem Blut und den Tränen der Palästinenser errichtet, und seine „imperialistische Politik“ gefährde nicht nur die regionale Sicherheit, sondern gleich den Weltfrieden. Für die arabischen Staaten ist der 60. Gründungstag des Staates Israel am 14. Mai der Tag der „Nakba“ – der Katastrophe. Deutschland betont unterdessen zwar pausenlos seine »besondere Verantwortung« für Israel, die in der Praxis jedoch vor allem aus Ermahnungen besteht, die Israelis mögen sich mit den antisemitischen Mordbrennern von Hamas und Hisbollah an einen Tisch setzen.
Solcherart »Freundschaft« ist tatsächlich nichts als Verrat an dem Zweck, der den Judenstaat von allen anderen Staaten unterscheidet – als einzige Konsequenz, die aus Auschwitz jemals gezogen wurde, bildet Israel den bewaffneten Schutzraum der Juden gegen die antisemitische Barbarei. Dieser Gedanke wird deutlich, wenn man die Eskalation der Judenverfolgung bis zu Vernichtung als Anlass zur Gründung Israels begreift. Auch 64 Jahre nach der Kapitulation Nazi-Deutschlands gilt, dass die Existenz dieses Staates und seiner Armee das einzige ist, worauf Juden sich verlassen können, wenn Antisemiten ernst machen. Das gilt insbesondere auch für jene arabischen Antisemiten, die Israel bereits vor seiner Gründung zum Hauptfeind erklärt hatten, nicht erst als Reaktion auf dessen Politik. Israels Kriege haben den islamistischen und nationalistischen Hass gegen die Juden nicht verursacht, sie sind im Gegenteil dessen notwendiges Resultat.
Adorno formulierte den kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse so einzurichten, dass Auschwitz sich nicht wiederholen möge. Unter dem Eindruck des weltweit grassierenden Antisemitismus und vor dem Hintergrund der islamistischen Vernichtungsdrohung bedeutet das in der Praxis vor allem eins: Solidarität mit Israel – und zwar bedingungslos.
Zu diesem Thema spricht am 27.1.09 ein Referent des [a:ka] Göttingen, im Anschluss gibt es die Möglichkeit zur Diskussion. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Seminarraum der Unibibliothek, Campus.