Archiv für August 2008

  01.09.: Nazitrauermarsch und Gegenaktivitäten   

Den Fall der Ermordeten Michelle in Leipzig, wollen Nazis am kommenden Montag, dem 01.09., für einen Aufmarsch nutzen. Erst kürzlich konnte man in der Presse Bilder einer aufgebrachten Masse sehen, in der sich die Grenze zwischen Bürger_innen und bekennder Nazis im gemeinsamen Ruf nach Selbstjustiz hinter dem Transparent „Todesstrafe für Kinderschänder“ – Nationaler Sozialismus, jetzt“ offensichtlich aufgelöst hatte.

Relativ treffend wird, wie ich finde, im Aufruf zu den Gegenaktivitäten für Montag dagegen gehalten, wenn es unter anderm heißt: „Weil Faschismus eine Radikalisierung des Zugriffs auf das Leben und das Individuum samt seinen Interessen und Bedürfnissen bedeutet, ignorieren solche BewohnerInnen von Reudnitz und anderswo nicht einfach, dass unter dem Transparent „Todesstrafe für Kinderschänder“ auch die Formel „Nationaler Sozialismus, jetzt“ auftaucht – sie billigen dieses Ideologieangebot, das ihrer reinen Wut ins Politische verhilft. Die BürgerInnen treibt keine selbst auferlegte Schizophrenie, mit denen zusammen zu marschieren, deren Vorbilder zigtausende Kinder erschossen, vergast oder verhungern lassen haben. Nein: Das Naziprogramm ist die zum politischen Mittel gewordene Raserei wütend-enttäuschter BürgerInnen. Über den Zweck, das nationale Gemeinwohl, müssen BürgerInnen mit Nazis sowieso nicht streiten. Wer sich in einen Zug von halbuniformierten Fackel- und FahnenträgerInnen und ihren verhetzten FreundInnen einreiht, ist nicht etwa schlecht informiert oder hat sich durch Istvan Repaczkis dümmliche bis alberne Ansprachen manipulieren lassen, sondern ist selbst Funktionär in Sachen nationalsozialistischer Agitation.“

Infos und der ganze Text auf left-action.de/antifa
Ergänzende Lektüre: Von erhöhtem Demonstrationsaufkommen, dem Bürgermob und gefährlichen Unsicherheiten.

  Hier, kennst du Rock am Kreuz noch?   

Ja doch, wir können differenzieren, wir kennen den Unterschied zwischen NaziNazis, Präfaschistoiden Reudnitzer Rackets und den Besseren Deutschen, die ihr Deutschsein jetzt auch auf „gegen-Nazis-sein“ fundieren, die sich in der Form trotzdem noch gern Kollektiv und im Inhalt nicht viel progressiver gebärden. (Auszug aus dem Aufruf)

mehr bei myspace oder bei den üblichen Verdächtigen

  Gestern Morgen   

Oh schön, gleich noch was für Kopf und Ohren. Bei Public IP gibt es einen Mitschnitt zur Lesung von Bini Adamczak in Leipzig. Gelesen wird aus und diskutiert über das zweite Buch von Bini Adamczak „Gestern Morgen“.

zum Beitrag bei public-ip

  zur Germanischen Neuen Medizin   

Radio Corax widmet einen aktuellen Beitrag der, besser der Kritik der, „Germanischen Neuen Medizin“ des Ryke Geerd Hamer. Der Beitrag geht dabei sehr umfangreich auf die wahnhaften Inhalte dieser „Behandlungsideologie“ (Wikipedia) und Hamers antisemitischen Argumentationsmustern ein.

download auf freie Radios

  das ewig gleiche Dilemma   

Cover von Lack »Saturate Every Atom«

Noch ein heißer Tip den ich Schmelz zu verdanken habe. Janette von Beatpunkt widmet sich in einem wunderschönen Review der aktuellen schlimmen Platte von Lack. Diese heulten ja schon, um Janette mal direkt zu zitieren, auf dem Vorgängeralbum „die israelische Bevölkerung zu den Tätern von heute […] oder [stellten] entrüstet [fest], dass aus Auschwitz angesichts der Leiden der palästinensischen Bevölkerung nichts gelernt wurde, …“

Mehr Enthüllungen über langweilige Musik und politische Armutszeugnisse gibts bei Beatpunk: klick

  Falsche Freunde   

Danke an Schmelzer für den Hinweis auf folgenden Artikel, in dem sich Eldad Beck (hat unter anderem einen, wie ich finde sehr guten Beitrag zum Buch „Neuer-alter Judenhass“ beigesteuert) mit dem Phänomen der Nationalen Sozialisten für Israel auseinandersetzt. Ich spoile mal und nehme die Reaktion der Gesandten an der Israelischen Botschaft in Berlin, Ilan Mor, vorweg: „Gott behüte uns vor solchen Freunden! Mit unseren Feinden werden wir schon fertig. Wir brauchen die Hilfe solcher Leute nicht. Das ist völlig absurd.“

Der Artikel kann in der online Version der Zukunft, also dem Infoblatt des Zentralrats der Juden, nachgelesen werden: klick

  Idep goes Games Con 2008   

Wie schon ein Freund sinngemäß und verwundert anmerkte, bin trotz der Lektüre von ettlichen Texten zur Kulturindustrie zur Games Convention gefahren. Wobei ich das selber garnicht in einen Widerspruch setzen würde, da ich mir jetzt garnicht vormachen wollen würde, das es eine Convention der autonomen Kunst wäre. Ich finde es sogar eher spannend, das viele Spiele garnicht den Versuch der Authentizität unternehmen, sondern neue Erfahrungsräume zu schaffen. Die Begrenztheit des Ganzen muss man natürlich kritisieren aber anschauen kann man sich ein solches Spektakel ja trotzdem mal. Auch wenn den Argumenten für eine totale Hingabe mit Street Fighter 4, Starcraft II und Fallout 3 recht ordentlich ausfielen, ich habs geschafft los zu lassen (und spare jetzt für ne 360. haha) . Aufs Bild klicken und ein paar Eindrücke gewinnen.

weitere Bilder: 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10

  Lords of War III?   


Oh Yes! Jack Black, Robert Downey Jr. und Ben Stiller in einem Film. Die drei spielen Schauspieler die beim Dreh für einen Kriegsfilm mitten in einem echten Drogenkrieg geraten. Enough Story. Ben Stiller hat auch gleich mal selber Regie geführt. Ich bin gespannt und erwarte abgedrehte Witze unter der Gürtellinie und non-stop-Verarsche auf viele Hollywood Kriegsfilme. Bei Ben Stiller scheiden sich ja oft die Geister, aber da ich sogar Zoolander gemocht habe, geh ich erstmal ganz optimistisch ran ;)

Check: Tropic Thunder

  Map of Springfield   


Das ist wirklich unglaublich abgefahren. Jerry Lerma and Terry Hogan haben eine interaktive Karte von Springfield gebastelt. Whooohooo!

  Protestform   

Mixtape via Mixwit against Muxtape shutdown.

  Future Of The Left   

Remember: „My love is bigger than your love; We take more drugs than a touring funk band“? Genau: To Hell With Good Intentions! Mein wohl absoluter Lieblingssong von McLusky. Eine dieser Bands die dann irgendwann so`n Label wie Ausnahmeband bekommen, was dann meist auf die nicht ganz massenkompatible Art der Musik hinweisen soll. 2005 sind McLusky dann auseinander gegangen um das zu machen, was man als Musiker oft macht: neue Projekte zu starten. Andy Falkous, Sänger & Gitarrist bei McLusky, gründete sodann Future Of The Left und machte mit dem Album „Curse“ eigentlich da weiter wo er mit McLusky aufgehört hat. Noise mit verzerrten Bässen und Falkous` markantem Gesang und hysterischem Kreischen, das mich bei „adeadenemyalwayssmellsgood“ sogar an Blood Brothers erinnert. Das dürfte ettliche Fans von McLusky die Trennung schnell verschmerzen haben lassen. Schönes Album. Nicht mehr ganz neu (2007) aber das muss es ja auch nicht sein, damit ich sie empfehle.
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  na ist doch schön   

selber angetrunken und Leute landen laut Referers über die Googlesuche nach Bedürfnisbefriedigung auf meinem Blog. schön. Ich mag euch ja auch ;-)

  Listen: Wir sind Dalai Lama.   

Die ag antifa und Radio Corax hatte am Dienstag Horst Pankow („konkret“, „Bahamas“ und „Prodomo“) zum Thema „Wir sind Dalai Lama. Ein Mönch und die Bedürfnisse seiner deutschen Anhänger.“ zu Gast. Und da ich nicht hinfahren konnte, freue ich mich umso mehr, dass nun schon der Mitschnitt online ist: hier

  Urbanpiraten @ Jugendstil   

Alexander Hanke von den Urbanpiraten im Interview mit Jugendstil über Konzepte, Ideen, Steine im Weg und das Verhältnis von Kultur und Magdeburg.

Urbanpiraten Interview @ Jugendstil from Eno Trams on Vimeo.

  Read: Den Kopf für Kritik frei bekommen   

So, Urlaub, Füße hochlegen und mal den Kopf für Kritik und vieles andere frei bekommen. Also auch mal schön aufm Balkon abgammeln, Kaffee schlürfen, zuviel Rauchen und Texte lesen, die ich schon lange lesen wollte. Daher nun auch mein kleiner Lesehinweis auf ein Interview mit Roger Behrens, das in dem schicken Heft, das anlässlich von 15 Jahren Conne Island gedruckt wurde, erschienen ist. Unter dem Titel „Den Kopf für Kritik frei bekommen“ gibt es einen lesenswerten Rundumschlag zu Kultur, Subkultur, New Left und Poplinke.

[…] Gerade im Popdiskurs fehlt das Bewusstsein, dass das bürgerliche Modell von Kultur auch vollständig gescheitert sein könnte, weil es sich gewissermaßen mit der Dialektik der Aufklärung desavouiert hat. Um es drastisch auszudrücken: auch dem selbstgefälligen Kulturverständnis der Poplinken haftet der Verdacht an, nach Fünfundvierzig einfach weiterzumachen, als ob nichts passiert wäre. Adornos Diktum, dass alle Kultur nach Auschwitz Müll sei, ist hier jedenfalls nicht reflektiert worden. […]

weiter zum Text: hier