Ist die Kampagnenpolitik Ausdruck des Niedergangs der Israelsolidarität oder ihre Reproduktion auf einer höheren Stufe? Löst sich die Israelsolidarität im Rahmen der aktuellen Kampagnenpolitik von der Kritik? Verwandelt sich Deutsch-Europa also vom Gegenstand der Kritik in einen positiven Ansprechpartner? Ist die israelsolidarische Politikberatung nach dem Liberalismus das nächste Ticket für den Marsch in die „Mitte der Gesellschaft“? Oder wird es angesichts der existenzbedrohenden Situation, in der sich Israel befindet, nicht tatsächlich Zeit, Kompromisse zu machen und sich in die Realpolitik einzumischen?1
Das fragen sich neben vielen anderen Leuten Auch Stephan Grigat (ça ira, stop the bomb-kampagne) und Justus Wertmüller (Bahamas) ganz öffentlich am 16. Juni 2008 ab 19 Uhr in Halle (Saale) im Melanchthonianum (Uni). Ein verbaler Kampf auf Kritik und Praxis. Veranstaltet wird das Ganze von der ag antifa im StuRa.
- Aus dem Ankündigungstext [zurück]
Kritik versus Realpolitik? – Die Zukunft der Israelsolidarität
sounds very interesting. praktischerweise sind die Genoss_innen in Halle ja immer fleißig mit dem aufnahmegerät am start.
die fragestellung ist also: soll jemand, der sich sozialdemokratischer opferpolitik verschrieben hat, weiterhin „kommunismus“ als bedeutungsleere radikalitätsvokabel in allerlei nebensätze einbauen, oder sich endlich offen zum informellen ngoler-dasein bekennen? und welche konsequenzen hätte das für die subkulturelle selbstinszenierung? ihr seid zu geil…
@ karoshi
Wieso „informellen ngoler-dasein“? Die Zeit, in der sich die Retter des Abendlandes nur als Politikberater versucht haben dürfte doch nun endgültig vorbei sein. Das merkt doch ein Blinder mit Krückstock, dass da ab sofort Mitmachen angesagt ist und zwar volle Kanne. Man kann doch darauf wetten, wann die ersten der bekannteren Figuren aus der israelsolidarischen Szene Pöstchen bei der Linkspartei abgestaubt haben.
Gespannt sein darf man dann sicherlich auf die Auseinandersetzungen mit ihrem ehemaligen Kumpel Elsässer, der ja mittlerweile beim ND gelandet ist.
@ karoshi: wer ist denn „ihr“ ?!
für mich ist es eher eine diskussion um kritik und praxisverständnis, bzw. eine reflektion über aktuelle entwicklungen, wie der kampagnenarbeit von stop the bomb. ich weiß beim besten willen nicht, was es darüber zu spotten gibt.