Archiv für Mai 2008

  Burn after reading   

Saubere Sache. Nach dem opulenten No Country for old men, bei dem ich immernoch grübele ob ich die Figur des Killers als Metapher für den Tod an sich verstehen soll, legen die Coen Brüder gleich nach. Burn after Reading heißt das neue Werk und verspricht in seiner Mischung aus einem gut funktionierendem Staraufgebot (u.a. George Clooney, Brad Pitt , Tilda Swinton, Frances McDormand und John Malkovich) und einer skurilen Story gute Unterhaltung.

Hier der Trailer:

(via Fünf Filmfreunde)

  mal schön das ganze Wochenende durchtanzen   

31.05. // 20:00 Uhr bis 09:00 Uhr
0800 – KLUB ELEKTRIK – „die letzte Rettung“
mit: CLIK -live-, THE MONY, PISTOLE -dj-, THOMAS WINKLER, CHESZICA & TACMAN, STEFFEN FELSCHER, MORRIS & PLASTISOUL
Messe Magdeburg (Elbauenpark/Tessenowstrasse)

weiter gehts dann Sonntag um 9 Uhr zu
FOLGEERSCHEINUNG – GEBT DEN KINDERN DAS KOMMANDO !!!
(HEDONISTISCHE INTERNATIONALE MAGDEBURG)
Mit: FOR_CONVENIENCE & JOHANNES VON NÖTEN, DUENSCH & REINSCH, DERRICK RICHTER, FLORIAN STÜTZER, ATZE..TONE, CHESZICA, CLIK
ELBWIESE / an der HUBBRÜCKE

  bin kein Rebell, nur ein Fußgänger auf Radwegen #2   

Virtuelles Schulterklopfen: biddeschön

  Conversations with History: Seyla Benhabib   


Nach einer nächtlichen Youtube Session die mit viel Pathos, Britpop und Comedie so einiges an Kurzweile geboten hat, nun mal die andere Seite von Youtube: pure information

Seyla Benhabib im Interview.

  The internet is expanding   


(via Insomnio)

I like it :-D

  Dokumentation der Iran-Konferenz „Business as usual?“   

Für alle die die Konferenz „Business as usual? Das iranische Regime, der Heilige Krieg gegen Israel und den Westen und die deutsche Reaktion“ des Mideast Freedom Forum verpasst haben oder einfach für alle die nochmal die einzelnen Beiträge hören wollen, wurde nun eine umfassende Dokumentation bereit gestellt, die alle Vorträge in deutsch und englisch als mp3 umfasst.

Die Dokumentation ist hier zu finden:
http://www.mideastfreedomforum.org/de/node/63

Hier als Vorgeschmack der Beitrag „Freiheit, Säkularisierung, Demokratie – Für einen neuen Nahen Osten“ von Thomas von der Osten-Sacken aus dem letzten Panel „Die Notwendigkeit eines neuen Antifaschismus“. Polemisch und pathosgeladen und sehr offencive.

  Antizionismus und psychologische Funktion   

>>Antizionismus< < bot sich in diesem moralischen Dilemma als Zauberformel an, mit der sich Kritik an der Besatzungsmacht Israel üben und zugleich Distanz zu den antisemitischen Feinden Israels wahren ließ. Die antizionistische Selbststilisierung dokumentiert ein Bedürfnis nach Weltanschauung, die von der Wirklichkeit in Geschichte und Gegenward unabhängig macht. Die Flucht in die Weltanschauung erspart die Auseinandersetzung mit einer widersprüchlichen Realität, die nicht in Dualismen wie Gut und Böse, Täter und Opfer und ähnliche Schemata aufgeht. Diese Einteilungen entsprechen psychologischen Strukturen, die es erleichtern, mit Schuld umzugehen. Tatsächlich geht es im antizionistischen Diskurs weniger um die konkrete Palästina-Problematik als um Umgang mit Schuld. Sonst bedürfte man der weltanschaulichen Überhöhung nicht. Wenn man das erkenntnisverzerrende Verhältnis von Anklage und Apologetik verlassen will, muss man der Genesis des Schuldgefühls nachgehen. Zu Recht werden in der Öffentlichkeit Geschichtslosigkeit und moralische Selbstgefälligkeit der antizionistischen Weltanschauung angegriffen.

Claussen, Detlev (1992) Versuch über den Antizionismus. Ein Rückblick. in Antisemitimus. Geschichte, Interessenstruktur, Aktualität. Hentges Gudrun, Kempfert Guy und Reinhard Kühnl (Hg.)(1995) Heilbron: Distel Verlag

Sehr interessanter Beitrag in dem Claussen neben psychologischen Aspekten des Antizionismus auch eine geschichtliche Reflektion über Entstehung, politische Funktionen und der Rolle im Verhältnis der Linken zur Vergangenheit und Gegenwart darstellt. worth reading

  Campustratsch   

An der lokalen Universität stehen die Gremienwahlen an, sprich es wird zur demokratischen Partizipation am Hochschulalltag aufgerufen. Besondere Diskussionen erregt zurzeit die Grüne Hochschulgruppe (GHG).

Nicht, wie vielleicht zu erwarten wäre, wegen Forderungen wie „Recyclingpapier für alle technischen Geräte!“ oder „Bio-Essen an der Mensa!“, sondern wegen des Corporate Designs ihres Wahlkampfs. Und ja, auch für mich kam es überraschend. Während hauptsächlich am Spruch, ob seiner DDR-Anleihe, genörgelt wird, ist dem/der ein oder anderen aber auch das Motiv aufgefallen. Besser gesagt, das, was diesem Pate stand. Augenzwinkernd wurde das USMC War Memorial nachgebildet. Das führt zum einen der DDR-Fan-Verdacht ad-absurdum und ist zum anderen aber auch erfrischend Anti-Anti-Amerikanisch.

Nach dem Verdammen eines linken Antizionismus durch Gysi für mich das nächste Parteienpolitische Highlight diese Jahres. I`m amused

  Kritik versus Realpolitik? – Die Zukunft der Israelsolidarität   

Ist die Kampagnenpolitik Ausdruck des Niedergangs der Israelsolidarität oder ihre Reproduktion auf einer höheren Stufe? Löst sich die Israelsolidarität im Rahmen der aktuellen Kampagnenpolitik von der Kritik? Verwandelt sich Deutsch-Europa also vom Gegenstand der Kritik in einen positiven Ansprechpartner? Ist die israelsolidarische Politikberatung nach dem Liberalismus das nächste Ticket für den Marsch in die „Mitte der Gesellschaft“? Oder wird es angesichts der existenzbedrohenden Situation, in der sich Israel befindet, nicht tatsächlich Zeit, Kompromisse zu machen und sich in die Realpolitik einzumischen?1

Das fragen sich neben vielen anderen Leuten Auch Stephan Grigat (ça ira, stop the bomb-kampagne) und Justus Wertmüller (Bahamas) ganz öffentlich am 16. Juni 2008 ab 19 Uhr in Halle (Saale) im Melanchthonianum (Uni). Ein verbaler Kampf auf Kritik und Praxis. Veranstaltet wird das Ganze von der ag antifa im StuRa.

  1. Aus dem Ankündigungstext [zurück]

  Saturday Looks Good To Me   

Die Cpt. Emos & mi amante machen mal wieder Magdeburg mit guter Popmusik unsicher:

Polyvinyl Records ist ein Label der Superbands: Of Montreal, Aloha, Headlights, Someone Still Loves You Boris Yeltsin, Architecture In Helsinki, Mates Of State und 31 Knots – die Armada im Indieschen Ozean ist hier zuhause. Mit an Bord: Saturday Looks Good To Me. Die 6 Musiker aus Michigan verstehen sich selbst als Popband. Da sieht man wieder , wie frei auslegbar dieser Begriff ist. Die Musik von SLGTM vereint 60s Pop mit Indierock, straighten Rhythmus mit frickligem Drumming, einfache Instrumentierung mit orchestralen Arrangements und umgekehrt. Gegensätze ziehen sich bei SLGTM nicht nur an, sie verschmelzen miteinander, und das macht die Band zu einem tollen Erlebnis.
Tiefe Wasser sind still und wunderschön. The Black Atlantic sind die perfekte Ergänzung zu SLGTM. Traumhaft gespielte Popsongs, dazu eine große Stimme, erzeugen eine beeindruckende Mischung, die ein wenig an Copeland und die früheren Jimmy Eat World erinnert. Mit The Black Atlantic und Saturday Looks Good To Me wird Euch der Samstag nach der Show definitiv gut stehen, wenn ihr mit strahlendem Lächeln allen erzählen könnt, was für eine tolle Show ihr erlebt habt.

Hörprobe:
SLGTM – Can‘t Ever Sleep

  L‘chaim   


Schöne Party war`s, von der aber nkotb bestimmt noch mehr schreiben wird. Sonntags dann Afterhour über den Dächern die mir nicht bedeuten. Sektfrühstück, Käseomletts, in der Sonne brutzeln, youtube-zitate und stilsicheres Flagge zeigen.

In diesem Sinne auf 60 Jahre Demokratie im Nahen Osten!

  Bratze!   


Der Tante Renate und der ClickClickDecker kommen als Team Bratze nach Halle. Sehr sehr schön! Die Party steigt am 07.06.08 im Klub Druschba – Hingehn! Abgehn! Schmeißt eure Beine in die Luft!

(mehr…)

  dailys #10   


ein wenig mit photoshop rumgespielt. war eigentlich als größeres motiv gedacht aber da mir das gute programm nach 2 stunden einfach abgestürzt ist, ist es bislang beim kopf geblieben.

  2008 leider kein CSD in Magdeburg …   

Einem Beitrag des les-bi-schwulen Referates „Dyke n`Gay“ des Studierendenrates zufolge, wird es in diesem Jahr leider keinen CSD in Magdeburg geben. Zwar gab es keine Demonstration, dafür aber, da will ich mich Dyke n`Gay gern anschließen, ein liebenswertes Straßenfest und viele andere nette Veranstaltungen. Hier ein kleiner Rückblick auf das letzte Liebigstraßenfest: klick

Als kleinen Ersatz wird es dafür von Dyke n`Gay am 17.05.2008, dem Internationalen Tag gegen Homophobie, ein Grillfest im Campusgarten des Projekt 7 auf dem Unigelände geben.

Zur Bedeutung des CDS nochmal Dyke n`Gay:

Um zu verstehen, was der Christopher Street Day den Lesben und Schwulen bedeutet, muss man wissen was der CSD eigentlich ist: ein Gedenktag! „Er erinnert an den ersten öffentlichen Aufstand verschiedener sexueller Minderheiten gegen die Willkür der Polizei in der Christopher Street/ Greenwich Village/ New York. Er fand am 28.06.1969 im Stonewall Inn, einer Bar, statt. Damals gab es immer wieder gewalttätige Polizeieinsätze gegen Kneipen, in denen Homosexuelle verkehrten. Doch plötzlich wehrten sich diese Schwuchteln einfach so. Es folgten tagelange Straßenschlachten zwischen Homos und Gesetzeshütern…
Im Jahr darauf wurde ein Committee zur Einrichtung eines Christopher Street Liberation Day, der seitdem jedes Jahr Ende Juni mit einer Parade durch die Straßen New Yorks begangen wird. Daraus wurde schon bald internationale Tradition:
Die erste Lesben- und Schwulendemonstration in Deutschland fand am 29.04.1972 in Münster statt. Sieben Jahre später, im Jahr 1979, gabs dann die ersten „echten“ CSDs in Bremen und Berlin…“

irgendwie musste ich dabei an folgendes Zitat denken:
“Ich bin fasziniert von der Idee, dass schwule Kids zurückschlagen wenn sie drangsaliert oder misshandelt werden. In meiner Kindheit habe ich manchmal die Erfahrung gemacht, dass ich gekämpft und gewonnen habe. Die Geschichten von schwulen Jungs, die immer nur die Opfer sind, langweilen mich. Wir brauchen mehr Bilder von homosexuellen jungen Leuten, die den Menschen den Mist aus ihren Köpfen rausprügeln! Schluss mit verdrießlichen, depressiven Vorbildern! Wenn wir der Jugend wirklich etwas Sinnvolles mitgeben wollen, dann wie man ordentlich zuschlägt.”So der US-Amerikanische Autor Kirk Read in einem Interview. (via cliff cosmos)

  wertkritischer Vortragsreihe   

Am Donnerstag startete die „wertkritische Vortragsreihe“ der frisch gegründeten AG Gesellschaftskritik an der Uni Magdeburg. Erklärtes Ziel der Reihe ist laut Veranstaltungstext: „Wir haben […] nichts Geringeres vor, als Verrücktes zu erklären. „ Eingeladen für diese Vorhaben wurden die Exit!-Redakteur_innen Martin Dornis und Micha Böhme, die zusammen die drei geplanten Veranstaltungen bestreiten werden.

In der ersten Veranstaltung ging es darum einige Grundbegriffe und Kategorien von Marx zu klären und der Frage nachzugehen inwieweit zwischen Wert, warenförmig vermittelter Gesellschaft und Patriachiat Zusammenhänge bestehen. Mir persönlich wurde „etwas“ zuviel aus dem Wert hergeleitet. Ja gut, war eben Wertkritik aber irgendwie ist die gesellschaftliche Genese in der Argumentation auf den Markt zusammengeschrumpft, was ich doch sehr fragwürdig fand. Die Erklärungen zu den marxschen Kategorien hatte ich leider verpasst und konnte mich dann nur noch an einigen Leuten ergötzen die Adorno als Sekundärliteratur beschimpften und daran verzweifelten das dort niemand eine Praxis predigte. Die Diskussion war dann ganz schön anstrengend – viel Zwischenrufe und irgendwie total durcheinander so das ich auch nach einer halbe Stunde warten keine Reaktion auf meinen Einwand bekommen hatte. Naja bin gespannt auf die nächsten Termine:

2.Veranstaltung: Die gewaltförmige Subjektbildung
Termin: Donnerstag, 12.06., 19 Uhr

Wie beschreibt die Psychoanalyse Freuds die Subjektbildung und was kann dies für Gesellschaftskritik bedeuten? Freud als Theoretiker der gewaltförmigen Subjektbildung übte selber Gewalt aus, indem er die Frau als negativen Abstoßungspunkt für die Beschreibung der männlichen Subjektbildung nutzte. Eine Auseinandersetzung mit Freuds Weiblichkeitsbild zeigt, dass seine Konzeption vom Subjekt eines weiteren Aufklärungsvorgangs bedarf. Freud kann hier exemplarisch für die Aufklärung stehen.

3. Veranstaltung: Was ist Ideologie?
Termin: Donnerstag, 03.07., 19 Uhr

Die kapitalistische Gesellschaft ist untrennbar mit Ideologien verbunden, die ihr Wesen zugleich offenbaren und verschleiern. Gesellschaftskritik muss daher immer auch Ideologiekritik sein. Aber einige Ideologien, wie der Rassismus, der Sexismus und der Antisemitismus, rechtfertigen nicht nur diese Gesellschaft, sondern entfalten darüber hinaus ein Gewaltpotential, welche den normalen Kapitalismus bei weitem übersteigt. Wie kann in Anbetracht dessen eine angemessene Ideologiekritik aussehen?