Die neue bonjour tristesse ist da und beinahe hätt ich ja folgenden Beitrag zur lokalen Antifa-Connection überlesen. Liegt irgendwo zwischen Mitleid und Aversion. Da es anscheinend eh nicht darum geht Argumente auszutauschen, spar ich mir das dann auch einfach und belasse es beim affront im Beitragstitel.
It must be love
Was macht man mit jemandem, der einen permanent bedroht und auch nicht vor Mordaufrufen zurückschreckt? Man bietet ihm die Zusammenarbeit an. Das klingt bescheuert? Richtig. Aber offensichtlich nicht bescheuert genug für Magdeburg. Der Reihe nach: Die Betreiber des „Antifaschistischen Info-Portals“ (AIP), eines kleinen antifaschistischen Projektes aus Magdeburg, werden seit gut zwei Jahren von Mitgliedern der „Autonomen Antifa Magdeburg“ (AAMD) und der „Gruppe Internationale Solidarität“ (GIS) terrorisiert: Ihre Autos werden zerstört, es werden Mordaufrufe verbreitet, Veranstaltungen mit Pflastersteinen und Reizgas angegriffen usw. Als Neonazis aus Anlass des 16. Januars, des Jahrestages der Bombardierung Magdeburgs, einen Aufmarsch in der Elbestadt ankündigten, bereiteten das AIP, die AAMD und die GIS zwar zwei getrennte Gegendemonstrationen vor. Das AIP entblödete sich jedoch nicht, diejenigen, von denen es permanent schikaniert wird – und die sich in ihrem Demoaufruf darüber hinaus im Stil der Nazis über das alliierte Bombardement im Zweiten Weltkrieg empören –, eine Zusammenarbeit im Ermittlungsausschuss (EA) vorzuschlagen. (Für diejenigen, die nicht mit den Gepflogenheiten linker Demonstrationen vertraut sind: Der Ermittlungsausschuss kümmert sich bei Demonstrationen um die Verhafteten, besorgt ihnen Anwälte usw.) Dieses Vorgehen gleicht dem Verhalten eines unglücklichen Verliebten: Er wird permanent zurückgewiesen, gedemütigt und gequält, kann sein Buhlen, Betteln und Werben aber trotzdem nicht einstellen.
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Tatsächlich scheint das AIP permanent missverstanden zu werden. Es will sich eigentlich nur ein wenig dem „radical chic“ auf
der Höhe der Zeit – das heißt: „Mob-Action“- T-Shirt, Sneakers und die obligatorische Buttonparade statt Rastas, ausgewaschenen Kapuzenpullovern und Springerstiefeln –, hingeben und ansonsten nichts anderes als eine Art Regionalausgabe des „Antifaschistischen Infoblattes“ (AIB) sein. Und dazu gehört neben Nazirecherche, Nazirecherche und Nazirecherche eben auch die „Problematisierung“ der aktuellen „Gedenkdiskurse“, etwas Kritik an der linken Bewegungsgeschichte und ein klein wenig Verständnis für die „schwierige Lage“ Israels. Nur eben nicht zu viel, zu parteiisch, zu „undifferenziert“ und vor allem zu einseitig. Das Dumme ist nur: Egal, was die Mitglieder des AIP tun – ob sie ihre Homepage nun garantiert frei von Links zu antideutschen Gruppen halten und stattdessen auf das gesamte Internetangebot des Staatsantifaschismus (von „Miteinander e. V.“, dem „Verein für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt“, bis
zum „Stern“-Projekt „Mut gegen rechte Gewalt“) verweisen, ob sie immer wieder betonen, dass ihnen das „Label antideutsch“ nur angeheftet wurde, oder ob sie sich, wie im Juli letzten Jahres, im Stile wehrhafter Demokraten allen Ernstes in einer Pressemitteilung darüber empören, dass der Verfassungsschutzbericht Sachsen-Anhalts „ungenügend“ sei, weil die beamteten Nazijäger in ihren Statistiken zu anderen Zahlen gekommen waren als die ehrenamtlichen: Dem Subjekt ihrer Begierde, den heimattümelnden Magdeburger Autonomen, gelten sie ebenso wie antideutschen Gruppen, von denen sie sich immer wieder abzugrenzen versuchen, als Vaterlandsfeinde. Das AIP kann einem somit fast leidtun.
Battle Rap aus Halle?
mehr dazu…
„Er wird permanent zurückgewiesen, gedemütigt und gequält, kann sein Buhlen, Betteln und Werben aber trotzdem nicht einstellen.“
Was is das denn für ein Scheiß. Bonjour Tristesse dafür eins auf die Nase.
in der im netz verfügbaren pdf-version der hallenser studentenschmonzette ist fraglicher artikel scheinbar nicht enthalten. irgendwelche tipps, wo dieser für das „ich-möchte-so-gern-wie-die-bahamas-sein,-bin-aber-nur-student-aus-halle“-syndrom beispielhafte artikel in voller länge einsehbar ist? bis nach berlin dringt das scheinbar nicht durch —
kommando zurück. sehe gerade, dass es gar nicht mehr zu lesen gibt, als den hier geposteten teil. hahahahaha… wie erbärmlich. und ich dachte schon, es wäre mal was substantielles.
gute nacht, oh du radikales halle!!!
Mir ist die Intention dieses Beitrags auch total unklar. Zumal im AIP-Nachbereitungstext zum Januar sogar steht, das diese „Zusammenarbeit“ zweckrational motiviert war und im Nachhinein als Fehler angesehen wird.
Ikk verstehs nich
ich weiß auch nicht, warum sie ständig diejenigen, die ihnen noch nicht antideutsch genug sind, anscheißen und dauerhaft darauf verweisen müssen, dass sie ja ernsthafte antideutsche und ehrlich israelsolidarisch sind, während andere nur einem trend hinterher laufen.
@schmelz:
„it must be love“ ist in der pdf datei. recht weit unten. bei den meldungen.