Archiv für Dezember 2007

  Obersalzberg   


Switch at it`s best.
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  Weil wir Schwäne warn   


Gestern haben TURBOSTAAT auf ihrer Tour mal eben in Magdeburg halt gemacht und die Stadt um ein gutes Konzert bereichert. Der Herr Kosmos hats möglich gemacht. Das P7 geht ja für Partys schon klar aber so richtige Konzertatimmung will bei mir immer nicht aufkommen. Keine Ahnung wieso – an den Bands lags aber definitiv nicht. Vor Turbostaat beeindruckten mich vor allem Gitarrenmäßig noch ENRICO aus Magdeburg. Schön. Ziemlich zeitig gings dann auch mit Turbostaat los. Tja was soll ich groß sagen – die Show war voll gut. Die Jungs hatten sichtlich Spaß auf der Bühne und das Publikum war auch glücklich. Das Mitgröhlen der Songs und die angetrunkene alles-schuppende Horde vor der Bühne waren aber absolut nicht meins aber auch zu verschmerzen. Alles in allem wenig nervende Leute und ne Menge alter Bekannter, die ich endlich mal wieder gesehen hab.

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  Es ist immer peinlich wenn man sagt wofür man ist   

und sowiso fand und finde ich But Alive immer wieder und immer neu toll. Und ja, ich kenn Kettcar und das blabla von Sellout und die wehleidigen Blicke auf alte Helden. Egal ob ich Kettcar nun mag oder nicht, But Alive haben auf der zeitlichen Höhe von Slime den Beweis angetreten das sich Punk und intellektuelle Texte nicht ausschließen müssen. Ich sag mal Hallo zur sekundär Sozialisation. Ich erwische mich auch heute noch das ich Textzeilen zitieren will, die heut wohl kaum noch wer kennt. Aber darum gehts zum Glück auch garnicht.

… Und „Clockwork Orange“ zehnmal gesehen
Und wirklich versucht, ihn ganz zu verstehen
Und ein Hippie sabbelt mich mit Weltfrieden voll
Keine Ahnung, was ich ’93 davon halten soll …

So und der Nostalgie halber gibt es noch einen tollen Song vom Solotape Hippiekacke von Marcus Wiebusch. Kurz vorher möchte ich aber noch gestehen das ich beide Alben von Kettcar besitze und mich freue wenn das große Hotel Platten für Bands wie Escapado produziert, deren letztes Album ich nur wärmstens weiterempfehlen kann.

Marcus Wiebusch – Im Rockstadion trifft sich das schlechte Gewissen

  Fundstück der Woche   

Ich fand je den Beitrag „Fundstück der Woche“ beim Quatsch Comedy Club immer sehr schön. Daher freu ich mich wenn ich nun selber auch ein kleines amüsantes Fundstückchen präsentieren kann.

die Werbung ist bestimmt ein guter Anlass mal über den Luxus Begriff zu reflektieren. Bei Lidl schlägt sich der in, für meine Begriffe, normale Produkte zu erhöhten Preisen nieder. Wenn ich dem Operaismus was abgewinnen könnte, würde ich mich jetzt eventuell fragen, wie ich in diesen „sozialen Kampf“ intervenieren könnte. Doch das liegt mir fern und so hoffe ich eher das Thomas Hermanns auf mich aufmerksam wird und mich mit meinem bescheidenen Fundstück in die Sendung einlädt. Da würde mich dann auch niemand mit Autonmer Bewegung und Klassenkampf, sondern vielleicht eher einem gratis Longdrink belästigen. Das wär für mich auch näher am Thema.

  Wenn am Donnerstag das Wochenende anfängt   

Ja das wär echt praktisch gewesen. Dann hätt ich Freitag ausschlafen können, hätte Samstag nicht meine Weiterbildung halb verpennt und wär Abends fit für die Kunstkantine gewesen.

Gut ich will nicht rummeckern. Es war auch so schön. Donnerstag Party vom Fachschaftsrat der FGSE der OvG Uni (siehe Bilder). 700-800 Leute im Schuppen, gute Laune und viele liebe Menschen. I like it

Freitag einfach mal abhängen und trotzdem zu spät ins Bett gehen. Ich hab aber gehört das man eh Schlaf nicht nachholen kann. Gibts da andere Meinungen?

Samstag Singstar Party mit nem Noise-Level der die Nachbarn gegen 2 Uhr morgens sanft weckte und dazu brachte böse Dinge an der Haustür von sich zu geben und der Erkenntnis das ich echt viel schlechter als die Spice Girls rappen kann.

  Täter und Gaffer, alles ganz normale Deutsche?   

… mit dieser Frage geht ein weiterer Artikel über diverse (!) Angriffe vom Wochenende in Magdeburg gegen Menschen, die als Ausländer identifiziert und als solche angepöbelt und geschlagen wurden, zu Ende. Adventsstimmung in Magdeburg?

Die oben im Titel gestellte Frage könnte man mit diesem Auszug eines Artikels von Ivo Bozic beantworten:

Es ist für einen Schwarzen in der [Magdeburger] Provinz völlig irrelevant, wer ihm die Faust ins Gesicht schmettert, ob deren Besitzer Mitglied der NPD ist oder nur irgendein dahergelaufener Idiot. Für das Opfer ist die korrekte Kategorisierung des Täters belanglos. Anders gesagt: Nicht jeder KZ-Wächter war ein überzeugter Nationalsozialist. Nicht nur sein Parteibuch, sondern auch seine Taten machten ihn zum Verbrecher. Das Problem am KZ-Wächter ist nicht, dass er Nazi ist, sondern dass er KZ-Wächter ist. Dazu reicht eine Portion Antisemitismus und eine Portion blinder Gehorsam, eines ideologischen Manifests bedarf es nicht.1

Eine Recherche wie rechts die Täter nun waren, wer wie oft schon welche Demos besucht hat etc. pp erscheint dahingehend wirklich überflüssig. Ob die Täter nun als Nazis gelten „dürfen“ verwischt maximal nur die soziale Realität in der Gewaltausbrüche verbunden mit einer fremdenfeindlichen Grundstimmung zum Normalbetrieb gehören.

Sehr treffend finde ich da diesen Auszug von Horkheimer und Adorno in den Elementen des Antisemitimus:

Die Wut entlädt sich auf den, der auffällt ohne Schutz. Und wie die Opfer untereinander auswechselbar sind, je nach der Konstellation: Vagabunden, Juden, Protestanten, Katholiken, kann jedes von ihnen anstelle der Mörder treten, in derselben blinden Lust des Totschlags, sobald es als die Norm sich mächtig fühlt. […] So ist es in der Tat eine Art dynamischer Idealismus, der die organisierten Raubmörder beseelt. Sie ziehen aus, um zu plündern, und machen eine großartige Ideologie dazu, faseln von der Rettung der Familie, des Vaterlandes, der Menschheit.2

Betrachtet man noch die Schilderungen der Angriffe, so fällt auf das immer wieder davon berichtet wird, das Passanten bzw. Anwesende die brutalen Attacken schweigend und handlungslos, also duldend zustimmend hinnehmen. Dass das vorzeige Programm der Zivilgesellschaft „Hingucken!“ heißt, ist eigentlich schon nicht mehr zynisch, sondern direkt als bösartig zu verstehen. Zu guter letzt sollen Passanten sogar in die rassistischen Pöbeleien gegen die Opfer eingestiegen sein. Wundern tut es eigentlich nicht mehr. Das sind die „Aktivbürger Magdeburgs“, die zur Not und mit aller Gewalt die Straßen gern per Hand säubern … Für fremdenfeindlichen Terror brauch Magdeburg offensichtlich keine „Nazis“.

Wie verzweifelt die Situation bei einem der Angriffe war unterstreicht folgende skurrile Schilderung:

Und ein Punk, der die Szene beobachtet hatte und den Polizisten zu Hilfe kam [wurde (…) ebenso verletzt wie zwei Afrikaner]. 3

  1. http://www.jungle-world.com/seiten/2006/21/7785.php [zurück]
  2. http://www.trend.infopartisan.net/trd7800/t367800.htm [zurück]
  3. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,521198,00.html [zurück]