Gestern war echt ein Marathontag und ich bin immernoch geschafft. Gegen 10 Uhr fand am Synagognenmahnmal eine kundgebung in Gedenken der Opfer der Novemberpogrome statt. Ich würd schätzen das sich trotz der „unstudentischen Uhrzeit“ etwa 90 Menschen an der Kundgebung beteiligten. Sehr gut gefallen hat mir die erfrischend offensive Ansprache eines jungen Mannes aus der jüdischen Gemeinde.
Gegen 11 ging dann der Stadtrundgang von AGEA und AIP los. Die ganzen Details bekomm ich wahrscheinlich nur mit Mühe wieder zusammen. Es war auf jeden Fall sehr interessant. Etwas störend war das Wetter. Der Wind war, sofern man nicht gerade in der Sonne stand, absolut eisig. Egal – viel gelernt und nicht erkältet. Also alle super.
Lesenswerter Artikel zu den Novemberpogromen: klick
Nach der Arbeit bin ich dann noch ins Auto gehüpft und mit ein paar FreundInnen nach Braunschweig gedüst. Autobahn und Orkanwarnung sind wirklich eine interessante kombination. Die Antifaschistische Gruppe Braunschweig und die Jugend Antifa Wolfenbüttel hatten im Rahmen ihrer Aktionstage gegen Antisemitismus zu einer Gedenkdemonstration aufgerufen. Gegen 18:30 Uhr ging es los. Ich kann nicht wirklich einschätzen wieviel Leute sich an der Demo beteiligten – schätzungsweise 200 bis 250. Auf der Demo haben sich dann ein paar Leute (wie üblich) durch „israelsolidarische Äußerungen“ „provoziert“ gefühlt. Business as usual. Tja, wenn man auf eine Demo gegen Antisemitismus geht, muss man auch damit rechnen, das sich Menschen dort gegen Antisemitismus äußern. Also dicke Props an die Shouter und schönen Gruss an den kleinen Block der Ten German Bombers komplett durchgesungen hat.
Die ausgedehnte Abendgestaltung zwischen Bier, Pfeffi und Vodka rundete dann den Abend ab.
In aller Kürze – 9. November
kann es sein, dass sich die gruppe, die sich da so gestört fühlte, von der demo vekrümelt hatte? jedenfalls hatte ich sie, nachdem sie meinten, sie wollten eine distanzierung über den lauti haben, nicht mehr gesehen.
richtig so war’s. bei der ersten zwischenkundgebung hatten sie sich beschwert und bei der zweiten am „besenmännchen“ haben sie dann die demo verlaszen. tja..
ich hoffe die ausgedehnte abendgestaltung hat nicht zu heftige spuren hinterlaszen.
du warst auch da?
hui. nja arschkalte demo sag ich ma. da ham auch die (nazi)burschis und der nazi nichts gebracht.
@notwendiger name
ich für meinen teil war samstag relativ ausgeschalten aber ansonsten war alles tutti.
@tschilli
ich fands garnicht so kalt da zum glück der eisige wind etwas nachgelassen hatte. ich war, was die demo angeht, aber total überrascht wie wenig polizei da am sart war.
lustig wer noch alles da war
)
schade, dass das niemand bewusst war (ick hätt‘ sonst auch mal „guten tag“ gesagt
achja, die da rumgepöbelt haben sind nich gegangen, mussten noch die ganze zeit ertragen…
ich fand’s ja nich so cool, dass die demoleitung dann tatsächlich noch gefragt hat, ob das mit den israelsoli-sprüchen denn sein müsste. an der fahne haben sie sich schließlich auch nich gestört (zumindest wurde da glaub ich nix gesagt). da wollte man es sich wohl nich mit den meckernden anarcho-kids verscherzen.
das stimmt so (leider) nicht
gab 2 gespräche mit nem ordner, die aber eher unter dem label sinnlos bis peinlich eingeordnet werden müssen…
Nja auf ner Demo gegen Antisemitismus geh ich davon aus, dasz da Israelsolidarische Sprüche kommen.
Am Lauti wurde das nebenbei ziemlich abgefeiert. Am! nich im!
Und am Lauti wars auch arschkalt trotz wenig Wind.
hatte mich auch schon fast gewundert. also tatsächlich business as usual.
ich wollt aber auch mal anmerken das es da auch echt schlimme sprüche gab. sowas wie „nazis töten ist kein mord“ – geht irgendwie garnicht. waren glaube son paar jüngere punker die sowas von sich gegeben haben.
Nja. Der Spruch gehört mittlerweile zum Usus auf einer jeden Demo.
Das machts nich beszer. Eher schlechter.
Aber was hinter solchen Parolen an Reflektion (sowohl inhaltlich als auch von den tatsächlichen Möglichkeiten) steckt, sorgt dafür, es fast schon wieder als Komödie verstehen zu können