Archiv für August 2007

  if you feel like dancing   

Nächstes Wochenende gibts in Magdeburg, man mag es kaum glauben, gleich zwei triftige Gründe das Tanzbein zu schwingen. Am Samstag Nachmittag brauchen die AIPs und die AG Take Part Platz zum dancen und fordern gleich mal ganze Naziläden zu Tanzschuppen umzugestalten. Ich hoffe auf dicke Bässe, erwarte überdurchschnittlich viel Porno-Brillen und find die Forderung juti.

Am Abend ist dann großes REOPENING in der Kunstkantine. In diesem Sinne: Buckau rockt und ich mach gern mit!

Zur Einstimmung gibts noch nen Mitschnitt vom 09.06. – Just Etienne in der Kunstkantine (via OCC Music).

  „The Time Has Come to Make a Choice, Mr. Anderson“   


So das hab ich jetzt davon – seit langem mal wieder Matrix geschaut in der Hoffnung doch etwas mehr von den Teilen zwei und drei zu verstehen und jetzt geht postwendend das Mutmaßen und Grübeln los. Gut ich habs auch drauf angelegt, also will ich mich nicht weiter beschweren, sondern lieber eine lesenswerte Arbeit zu den Filmen Empfehlen.

“As Long as the Matrix Exists, the Human Race Will Never Be Free”

Der nachfolgende Text stammt von Harry F. Dahms, seines Zeichens Associate Professor für Soziologie an der University of Tennessee. Er hat sehr Ausführlich die Matrix Triologie bearbeitet und widmet sich darun dargestellter „Entfremdung“.


THE MATRIX Trilogy as Critical Theory of Alienation: Communicating a Message of Radical Transformation

Harry F. Dahms / University of Tennessee
[…]
THE MATRIX is one of those films that function as a kind of Rorschach test, setting in motion the universalized process of recognition, like the proverbial painting of God that seems always to stare directly at you from wherever you look at it-- practically every orientation seems to recognize itself in it. My Lacanian friends are telling me that the authors must have read Lacan. The Frankfurt School artisans see in THE MATRIX the extrapolated embodiment of ulturindustrie, directly taking over, colonizing our inner life itself, using us as the source of energy. New Agers see how our world is just a mirage generated by a global Mind embodied in the World Wide Web. Or the series is a baroque illustration of Plato’s cave, in which ordinary humans are prisoners, tied firmly to their seats and compelled to watch the shadowy performance of (what they falsely consider to be) reality--in short, the position of the Cinema-spectators themselves.

  M … eine Stadt sucht ihren Mörder   


Am 21. August zogen etwa 250 Antifaschist_innen durch Mügeln. 50 Deutsche hatten zuvor auf einem Stadtfest in dem Provinzkaff acht Menschen aus Indien brutal überfallen. Zig andere FestBesucher_innen glänzten mit Untätigkeit, sprich schweigender Zustimmung. Die Antifaschist_innen drückten immer wieder ihre Solidarität mit den Betroffenen aus, sammelten sogar Spenden für sie. Einige MÜgelner_innen machten am Straßenrand nochmals deutlich, das es keinen Fremdenhass in der Stadt gäbe: “Was will dieses Pack hier?”, pöbelt ein Mittvierziger am Straßenrand“ – “Gesocks”, schimpft eine Frau in den Fünfzigern – Ein offensichtlich angetrunkener Mann im grünen Arbeitsoverall hebt den Arm kurz grinsend zum Hitler-Gruß.

Mügeln selbst veranstaltete nun am Wochenende ein Fest für Offenheit und Fremdenfreundlichkeit. Auch hier ging es um die Betroffenen, nur das damit offensichtlich nicht die acht Betroffenen aus Indien, sondern die Stadt Mügeln gemeint war. Spiegel online fängt die Stimmung gut ein: „Die haben doch angefangen!“ und „Man hört ja so einiges über die Inder“

„Wir haben heute nicht ein einziges Mal eine Entschuldigung gehört“

Einziger Lichtblick des Abends die Band „Virginia Jetzt“. Nach nur einem Song brechen die Rocker ihr Konzert mit dem Statement ab: „Wir haben heute nicht ein einziges Mal eine Entschuldigung gehört“.

Dieses „Pogromkaff“ kann man eigentlich nur noch abstrafen. Vielleicht kann man ja Virginia Jetzt fragen ob sie mitmachen.

Berichte:
Antifa RDL – Kühe, Schweine, Ostdeutschland …
Lizaswelt – Hemmungslose Herrenrasse

Bild 1: www.akubiz.de
Bild 2: Alexander Hettler / Büro Hettler (Management Virginia Jetzt!)

  CSD Magdeburg   

Ich geh ja echt ungern auch nur in die Nähe von „Straßenfesten“ in Magdeburg. Zwischen Bierzeltromantik und Biertrinkern mit hoher F-Skala ist der potentielle „Stressfaktor“ enorm hoch. Ganz anders beim alljährlichen CSD bzw. dem Höhepunkt der Veranstaltungswoche, dem Liebigstraßenfest. Leider war das Showprogramm bei Ankunft schon fast beendet. Die zwei Zugaben, die ich von den First Ladies noch mitbekommen habe, waren allerdings grandios – erst ein Medley von Udo Jürgens Songs mit dem Highlight „Ein ehrenwertes Haus“ und als achte oder neunte Zugabe noch „Wer wird den weinen“ von Marlene Dietrich. Sehr sehr schön.

Danach gabs dann elektro Disse. Anfangs fand ichs nicht so prall – keine Ahnung obs am Alkohol oder an den DJs lag, jedenfalls ist es dann doch noch voll tanzbar geworden. Ich freu mich schon aufs nächste mal.


Bild: die First Ladies

  Skandal: Antifa nicht deutsch genug   

Beginnen muss ich wohl mit einem kleinen Geständnis: Ja, ich lese Kommentare auf Indymedia! Immer wieder lauern in dem Wust an Kommentaren und Ergänzungen witzige bis grotesque Mahnmale der Möglichkeiten des Mitmachnetzes a.k.a. Web 2.0, über die ich mich dann köstlich amüsieren kann. Kurzweilige Unterhaltung at its best! Gerade Beiträge von, für, über, aus, neben, bei Magdeburg bieten eine erstaunlich hohe Trefferquote, wenn es darum geht was verbale Entgleisungen angeht. Meine neustste Indymedia Sternstunde stammt aus diesem Beitrag zur Antifa-Demo in Burg.

Elvira schrieb dort total erregt und offensichtlich ehrlich empört:

für die amis ???
„Let´s push things forward! Den rechten Konsens brechen!“ – Was soll das heißen, gibs dazu eine deutsche übersetzung oder protestiert ihr damit bei den amis ??????

Die passende Antwort auf diese „Skandalmeldung“ folgte …

Genau, wir fordern Deutsche Transpis für Deutsche Demos! Und Deutsche Musik! Und Deutsche TeilnehmerInnen! Wir demonstrieren hier doch nicht in Ami-Land! Und der Lauti sollte ein Deutsches Fabrikat sein! Und der ganze Müll von „A.C.A.B.“ und „No border – no nation..“ oder „Say it loud, say it clear, refugees are welcome here“ – also ich glaube es geht los! Weg damit! Auch den CSD sollten wir umbennen in „Christopher Strassen Tag“! Klingt zwar scheisse aber es ist DEUTSCH!

  Burg in aller Kürze   

So gestern in Burg fein die Füße vertreten:

Antifa-Demo: Trotz Verbot der Nazi-Demo Etwa 150 – 170 Leute würde ich sagen. Ich glaub für ne Kleinstadt wie Burg war das absolut okay bis gut. Auch schön: Viele schicke Transpis am Start gewesen.

Mucke: Vorne ist garnix angekommen vom Lauti, während hinten die Leute fast taub geworden sind. Naja die Mischung machts. Dafür haben die Leute vorne dann selber gut für Lautstärke gesorgt.

Bilder: Gibts hier bei akubiz.

Nazis: Aufmarsch verboten. Um die Demo immer mal wieder einzelne Nazis die blöde guckten. Mein Highlight war so`n Spinner mit Intifada-Shirt. In Magdeburg gabs den Versuch einer Spontandemonstration. Die Polizei hat spontan 80 ID-Behandlungen durchgeführt und das Ganze aufgelöst.

Afterhour #1: Am Thor Steinar Laden in Magdeburg versammelten sich nochmal spontan etwa 40 Menschen. Die Polizei hatte beim Eintreffen mit einer entschlossenen Sitzblockade vorm Laden zu kämpfen. Schönes Ding.

Afterhour #2:

Mal wieder festgestellt das ich das hier (siehe Video) nicht kann. Außerdem fein zu Deichkind getanzt und bei Singstar versagt.

  könnt ihr mal knicken!   


Erst das, dann das und jetzt das … und nun wollen Nazis am Samstag auch noch gegen „Repression“ durch Burg demonstrieren. Ich glaube es gibt allen Grund die Antifa-Demo vor Ort zu supporten. In diesem Sinne: Naziaufmarsch? Könnt ihr ma Knicken!

Nachdem der Naziaufmarsch erst verboten und nun wieder erlaubt wurde, hier noch eine weitere Meldung von der Seite des Bündnis:

Kein Bock auf „Magdeburger Zustände“!

Aufgrund der letzten Vorkommnisse in Magdeburg wollen als wir es als Antifa-Bündnis dazu Stellung zu beziehen.

Im Juni veranstaltete das Antifa Infoportal Magdeburg (AIP) eine Reihe zum Thema Kritik der politischen Ökonomie und Kritik des Antisemitismus und Antiamerikanismus (http://antifainfoportal.an.ohost.de/texte/veranstaltungsreihejuni07.html). Beide Veranstaltungen bzw. deren TeilnehmerInnen wurden von MitgliederInnen der Autonomen Antifa Magdeburg (AAMD), der Gruppe Internationale Solidarität (GIS) und der Frauengruppe Magdeburg angegriffen (http://antifainfoportal.an.ohost.de/texte/angriffaufinfoveranstaltung.html ,http://antifainfoportal.an.ohost.de/texte/berichtkritikdesantisemitismus.html und http://roadmap.sytes.net/magdeburg2.html).
Für uns ist es in keiner Weise hinnehmbar, wenn linke Veranstaltungen die sich kritisch mit Antisemitismus und Antiamerikanismus, auch in der Linken, auseinander setzten, angegriffen werden. Die AngreiferInnen, mit Quarzhandschuhen, Steinen und Reizgas bewaffnet, nahmen billigend Verletzte in Kauf. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Organisatoren und anderen VeranstaltunsteilnehmerInnen war wohl von Vornherein nicht die Absicht, wie im Nachhinein immer behauptet wurde. Wer diskutieren will kommt nicht schwer bewaffnet zu einer Veranstaltung. Die Angriffe auf die beiden Veranstaltungen sind nur der Höhepunkt eines länger andauernden Prozesses in Magdeburg. Immer wieder werden Menschen, welche sich selbst als Antideutsche verstehen bzw. als solche wahrgenommen werden, Opfer von Pöbeleien, Bedrohungen und körperlichen Angriffen.

Wir als Antifa-Bündins distanzieren uns in aller Deutlichkeit von den Gruppen und weisen darauf hin, dass diese auf unserer Demo unerwünscht sind.

Gegen jeden Antisemitismus!

Sowas zitiert man doch gerne.

  UN- Truppe für Darfur beschlossen   

Über den Newsticker des MDR lief gerade die Meldung das der UN-Sicherheitsrat endlich eine Friedenstruppe für die sudanesische Konfliktregion Darfur beschlossen habe. Der Einsatz soll spätestens Ende des Jahres beginnen und laut MDR „handelt (es) sich um den bislang größten Friedenseinsatz weltweit“.

Gordon Brown, seines Zeichens neuer britische Premierminister, machte bei seinem UNO-Besuch erfreulicherweise gleich klar: «Wenn irgendeine Seite den Fortschritt blockiert oder das Morden weitergeht, werden ich und andere unsere Anstrengungen verdoppeln, um weitere Sanktionen durchzusetzen»(klick)

Nachdem nun seit etwa 3 Jahren immer wieder bekundet wurde wie schlimm und unerträglich die Situation in Darfur sei, folgen nun hoffentlich mal Konsequenzen.