Archiv für Mai 2007

  Antikapitalistisches Kameradschaftstreffen   

Justus Wertmüller war zu Gast bei Radio Corax. Wer jetzt noch sein Schubladendenken besänftigen will, dem sei gesagt, das Wertmüller seines Zeichens Redakteur der Zeitrschrift Bahamas ist. Herausgekommen ist ein – mal polemischer, Mal sehr theoretischer und sehr ineressanter – Beitrag zum G8, linken Hasstriaden gegen den Reichtum und Möglichkeiten der Kapitalismuskritik.

Beitrag anhören (14:46 Minuten):

  alte Rocker   

Nachdem sich die Ober-Anarchos von The Spectacle vor einiger Zeit getrennt haben, machen die ehemaligen Mitglieder das, was Musiker halt so machen: sie starten neue Projekte.

Endre Njøs meldet sich mit dem Bandprojekt Käthe Kollwitz zurück. Auf der (Myspace-)Seite gibts auch schon was auf die Ohren – bislang aber leider nur eine alte Demoaufnahme. Klingt trotzdem gut auch wenn da nicht gerade neue Wege beschritten werden. Schleppend, Düstere, schwere Soundwand zum apathisch rumwackeln. Mal schauen was draus wird.

Wer wissen will was Käthe Kollwitz und eine norwegische Hardcore Band verbindet, dem sei der folgende Wikipedia Eintrag ans Herz gelegt: klick. Lösungsvorschläge ab in die Comments!

  Was haben wir gelacht …   

Der neue Verfassungsschutzbericht ist da und bietet mal wieder nicht unbedingt richtige aber zumindest interessante Erkenntnisse. Zu „den Antideutschen“ weiß der VS zum Beispiel folgendes zu erzählen:

„… Dabei wird eine dem deutschen Volk innewohnende Anlage zu Faschismus und Massenmord unterstellt, die automatisch zur Vernichtung anderer Ethnien führe. Um einen neuerlichen Holocaust zu verhindern, ersehnt die antideutsche Seite die Auflösung des deutschen „Volkskörpers“ und dessen Umwandlung in eine multikulturelle Gesellschaft: …“

Übersetzt soll das wohl heißen: „Die Antideutschen“ haben das böse Gen gefunden („innewohnende Anlage“ s.o.). Die Krude Vermischung von Begriffen, noch dazu ohne Begriffe mal zu definieren, kann aus dieser merkwürdigen Deutung dann auch nicht mehr heraushelfen. Naja vielleicht beim nächsten mal …

  Befreite Gesellschaft und Israel   

Wer sich gern mal in das Buch „Feindaufklärung und Reeducation“ von Stephan Grigat reinlesen möchte, dem sei der folgende Text als Leseprobe ans Herz gelegt. Habs schonmal für euch getestet: Man kann sich auch wunderbar mit einem Ausdruck des Textes in den nächsten Park auf die Wiese haun und das tolle Wetter genießen.


Zum Verhältnis von Kritischer Theorie und Zionismus

Von Stephan Grigat
erschienen in: Stephan Grigat (Hg.): Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus. Freiburg: ça ira-Verlag 2006, S. 115 – 129.

Kritische Theorie ist das Gegenteil von linker Gesinnung. Rekapituliert man, was in den letzten vierzig Jahren so alles unter „die Linke“ firmierte und damit einen Anspruch darauf anmeldete, Teil einer umfassenden Emanzipationsbewegung zu sein, läßt sich in der Rückschau die Tatsache, daß die Schriften der Kritischen Theoretiker zumindest in einigen Fraktionen dieser Linken als Pflichtlektüre galten, nur durch die selektive Wahrnehmung der Gedanken Adornos und Horkheimers erklären.

Während der Marxismus-Leninismus den Staat zum Garanten der Befreiung adelte und ihn mit Vorliebe gegen „Kosmopoliten“ vorgehen ließ, Anarchisten zu Freunden von „kleinen Einheiten“ mutierten, die gegen die „Superstruktur“ in Anschlag gebracht wurden, und alternative Lebensphilosophen immer neue Verzichtsideologien auf den Markt warfen, hielt die Kritische Theorie beharrlich an ihrem Ziel fest: die befreite Gesellschaft auf dem höchstmöglichen Stand von Zivilisation und Luxus. Während die diversen Fraktionen der Linken, einschließlich jener, die bei Adorno und Horkheimer studierten, den Klassenkampf zur anbetungswürdigen und überhistorischen Geheimwaffe der Emanzipation verklärten, sprach Adorno von der klassenlosen Klassengesellschaft, der „Pseudomorphose der Klassengesellschaft an die klassenlose“ (1942: 391), dem zu sich selber kommen der Klassenherrschaft durch die falsche Abschaffung der Klassen. Während die meisten Faschismusforscher, und zwar gerade die linken, den Antisemitismus ignorierten, als Herrschaftstechnik verharmlosten oder einfach dem Rassismus im Allgemeinen subsumierten, hat die Kritische Theorie die materialistische Antisemitismustheorie, das heißt: Kritik des Antisemitismus als Gesellschaftskritik, begründet.

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  1Mai: Wenn Erfurt, dann Leipzig!   


So wieder im grauen trueben Magdeburg und voll mit schoenen Erinnerungen an Erfurt, besser gesagt an eine echt gute Antifa Mobi und tolle Konzeption vor Ort. Kurzimpressionen:
Demo – gross, viel zu gross fuer den Lauti. So richtig weiss ich auch nicht wieviel Leute da waren – irgendwas ueber 1500. Einige coole Sprechchoere und leider auch das ewig gleiche und ideenlose „Nazis raus“, das aber von einigen textsicheren Leuten mit „Was solln die Nazis raus aus Deutschland, …“ gebattlet wurde. Dann – kaum losgegangen – schon der (erfolgreiche) Durchbruch der Demospitze in richtung Naziroute.
Blockaden – dank super Infofluss gab es immer und ueberall blockaden auf der Naziroute. Schoen.
Nazis – 800 bis 900 … echt erschreckend viel. Aber schoen sackig waren sie, dass sie am Ende nur 200m laufen konnten.

Bilder gibts hier: Mob Action